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Glatte B 8: Es gibt kein Geld für Unfallopfer

Leverkusen: Glatte B 8: Es gibt kein Geld für Unfallopfer
Unfall 2009 auf dem Europaring in Höhe Möbel Smidt: Der Solinger Audi-Fahrer fuhr in Richtung Kreisverkehr, rutschte in der Rechtskurve durch den Zaun, fuhr über die Gegenfahrbahn weiter und durchbrach ein zweites Mal den Zaun. Ob der Asphalt damals zumindest stellenweise schon zu glatt war? FOTO: Matzerath (Archiv)
Leverkusen. Sanierung B 8: Ab Montag läuft der Verkehr aus Opladen kommend wieder ganz normal über den Europaring. Von Ulrich Schütz

Der Europaring im Bereich Möbel Smidt gilt bei den städtischen Technischen Betrieben (TBL) seit gut vier Jahren als problematisches Straßenstück. Anlass für eine intensive Überprüfung der Fahrbahn war ein Unfall im Oktober 2010. Eine Messung der Asphaltgriffigkeit ergab ein Ergebnis, das nahe am Warnwert von 0,49 lag. Rein von den Zahlen musste die Stadt nicht eingreifen, um den relativ glatten Belag zu entschärfen: Der kritische Schwellenwert von 0,42 war ja noch nicht erreicht. Immer wieder allerdings kam es zu Unfällen, speziell in der Rechtskurve in Höhe des Hotels (Fahrtrichtung Köln).

Der Rückblick Der ehemalige Opladener Ratsherr Uwe Becker war unter anderem durch seine Tochter auf die gefährliche Kurve aufmerksam gemacht worden. Tochter Becker hatte aus dem Sportstudio gegenüber von Smidt mehrfach Unfälle oder brenzlige Situationen beobachtet. Becker kontaktierte die Stadtverwaltung.

Die TBL-Reaktion Vergangenes Jahr ließ die TBL eine Kontrollmessung des Europaringes einschließlich Kreisverkehr Ludwig-Erhard-Platz durchführen. Der Mittelwert der Prüfung: 0,45. Der Teufel steckte aber in den Griffigkeits-Einzelwerten: Sie lagen stellenweise bei ausreichenden 0,59, aber auch bei nur 0,31. Dies bedeutete für die Technischen Betriebe: Es musste gehandelt werden.

Die Ursache für die "Glätte" liegt in der Abnutzung des Belags, sagt die TBL.

Die Maßnahme Die Überlegung, nur die zu glatten Stellen auszubessern, wurde von den Fachleuten verworfen. Es wäre ein Flickenteppich entstanden, berichtete gestern TBL-Chef Wolfgang Herwig. Jetzt wird eben der komplette Fahrbahnbelag ausgetauscht.

Die Kosten: 300 000 Euro. Da der Straßenbelag laut TBL vor über zehn Jahren angelegt wurde, besteht keine Möglichkeit, die Baufirma an den Kosten zu beteiligen.

Die Unfallkosten können sich betroffene Fahrer sehr wahrscheinlich nicht von der Stadt zurückholen. Ein Unfallopfer müsste beweisen, dass die zu rutschige Fahrbahn Auslöser für den Crash gewesen ist, nicht etwa zu hohes Tempo. Dies zu belegen, sei sicher schwer, vermutet TBL-Chef Herwig. Ohnehin müsste der Gemeindeunfallverband solche Verfahren ausfechten, die sicher vor Gericht verhandelt würden. Regressforderungen an die Stadt wurden aber bislang von keinem Fahrer gestellt.

Die Baustelle Für nächsten Montag wird die Baustellenführung verändert. Die Firmen beginnen mit dem zweiten Bauabschnitt der Sanierungsmaßnahme. Der Verkehr aus Opladen kommend wird wieder ganz normal über den Europaring/ Ludwig-Erhard-Platz geführt, meldet die Stadt. Der Verkehr aus Richtung Köln wird von der Friedrich-Ebert-Straße auf den Willy-Brandt-Ring und dann über die Carl-Duisberg-Straße geleitet. Zusätzlich wird die Einmündung der Manforter Straße gesperrt, für die Anwohner wird die Durchfahrt auf die Heinrich-von-Stephan-Straße freigegeben. Die Umleitungen werden ausgeschildert.

Quelle: RP
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