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Leverkusen
Großrazzia gegen Baubetrüger

Leverkusen. Unter anderem in Leverkusen hat die Polizei am Donnerstagmorgen im Rahmen einer Großrazzia Wohnungen durchsucht. Insgesamt durchsuchten die Ermittler 34 Gebäude an Anschriften im Bergischen und dem Rheinland. In Leverkusen gab es Razzien in den Stadtteilen Manfort, Lützenkirchen und Bergisch Neukirchen. Zwei Personen wurden dabei festgenommen.

Der Großeinsatz richtete sich gegen eine deutsch-italienische Tätergruppe, die sich durch Scheinfirmen, fingierte Rechnungen, Geldtransfers, Schwarzarbeit und Veruntreuung von Löhnen um Millionen bereichert haben soll. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs gegen die Männer, die in der Gerüstbaubranche tätig waren. Mehr als 300 Beamte waren gestern im Einsatz.

Seit 4.30 Uhr durchsuchten Polizei und die Finanzkontrolle Schwarzarbeit der Bundeszollverwaltung Wohnungen und Räume in Köln, Bergheim, Bergisch Gladbach, Burscheid, Dormagen, Leverkusen, Pulheim und Wuppertal.

Am Mittag veröffentlichte die Polizei eine vorläufige Bilanz zu dem Einsatz. Neun Männer im Alter von 31 bis 57 Jahren und zwei Frauen (43 und 45) wurden festgenommen. Die Ermittler stellten 138 Umzugskartons Beweismaterial wie Computern, Servern, Laptops und Handys sicher. Gegen elf der Festgenommenen lag ein Haftbefehl vor. Sieben Häuser wurden in Pulheim durchsucht, jeweils zwei in Bergisch Gladbach, Burscheid und Dormagen, jeweils eines in Bergheim, Wuppertal und Kerpen.

Zu einem der 34 Durchsuchungs-Objekte war die Polizei am Morgen mit einem Spezialeinsatzkommando ausgerückt. Am Morgen hatte es geheißen, es sei nicht auszuschließen, dass die Täter bewaffnet sein könnten. In dem Kölner Wohnhaus traf die Polizei auf den 35-jährigen Hauptverdächtigen, der sich widerstandslos festnehmen ließ. Bei der Durchsuchung des Hauses fanden die Ermittler eine scharfe Schusswaffe, 15 Gramm Kokain, 30.000 Euro Bargeld und ein Dutzend Luxusuhren von "Rolex" und "Breitling". Beamte der Stadt Köln pfändeten ein Motorrad der Marke "Harley Davidson". Es sei davon auszugehen, dass sich die Gruppe um eine bis zu zweistellige Millionensumme bereichert habe.

Die per Haftbefehl Gesuchten wurden von einem Richter in Untersuchungshaft geschickt. Die vorläufig Festgenommenen wurden am Donnerstag verhört. Sie müssen sich wegen Beihilfe zum Betrug verantworten.

(sef)
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