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Leverkusen
Grüne installieren zwei neue Messstellen für Stickstoffoxide

Leverkusen: Grüne installieren zwei neue Messstellen für Stickstoffoxide
Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer erklärte und installierte gestern Messgeräte für Stickstoffoxide in Leverkusen. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Wahlkampf in Grün betrieben gestern Oliver Krischer und Parteikollegin Lisa-Marie Friede in Leverkusen: Der Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende seiner Partei installierte am Nachmittag mit der Grünen-Bundestagskandidatin für Leverkusen zwei neue Messgeräte an zweistark befahrenen Punkten der Stadt. Den Einen an der Kreuzung zwischen Stixchesstraße und Willy-Brandt-Ring, den Anderen an der Tannenbergstraße, gleich unter der Autobahnstelze. Ihr Anliegen: Politik und Bevölkerung handfeste Werte zu präsentieren, um sie für das Thema der Belastung mit Stickstoffoxiden (NOx) zu sensibilisieren.

Zwei kleine Plastikdöschen mit einem roten Deckel, so sehen die Messgeräte aus: Der untere Teil der Dose ist offen, und wer hinein lugt, erkennt kleine, kreisrunde Öffnungen. Ein Teststäbchen und eine Paste, die mit den Stickstoffoxiden reagiert, befinden sich in dem Döschen. Nach zehn bis 14 Tagen sollen sie abgehangen und die Paste in einem Labor ausgewertet werden. Denn nicht nur Feinstaub ist gefährlich: "Einen normalen Stickoxid-Gehalt in der Luft gibt es nicht", sagt Krischer. "Der müsste eigentlich bei Null liegen, denn es kommt in der Natur eigentlich nicht vor." Doch durch den Ausstoß von Diesel-Fahrzeugen, häufen sich die gesundheitsgefährdenden Gase in unseren Innenstädten. Gefährlich werden diese für Asthmatiker, denn Stickoxide verursachen unter anderem Bronchienverengungen, haben aber auch Auswirkungen auf das restliche Ökosystem, befallen beispielsweise Bäume, die vorzeitig altern.

Der festgesetzte Jahresgrenzwert liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Und diesen Wert, sagt der Grünen-Experte, "überschreitet Leverkusen bereits". Dagegen helfen könnte kurzfristig eine Geschwindigkeitsverringerung. Doch das Problem müsste langfristig angegangen werden: Der Verbrennungsmotor müsse überdacht werden, der öffentliche Nahverkehr ausgebaut, vor allem auch verbessert werden, denn: "In Leverkusen fahren die Busse ja auch noch mit Diesel-Motoren", sagt Christoph Kühl, Vorsitzender des Kreisverbandes der Grünen in Leverkusen. Alternativen mit Gas oder Wasserstoff seien angebracht.

Die Mess-Ergebnisse sollen Anlass geben, das Thema in den Rat zu bringen. Verbesserungsvorschläge, um die festgesetzen Grenzwerte einzuhalten, will die Partei in der kommenden Woche vorlegen.

(seg)
 
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