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Leverkusen
Grüne: "Jodtabletten helfen nicht im Falle eines GAUs"

Leverkusen. Die grüne Ratsfraktion im Stadtrat Leverkusen begrüßt den Ankauf von Jod-Tabletten durch das nordrhein-westfälische Innenministerium und die Weiterleitung der Tabletten an gefährdete Städte wie Leverkusen. Die Stadtverwaltung hatte mitgeteilt, voraussichtlich im Herbst 150.000 Jodtabletten zu bekommen, um sie bei einem atomaren Störfall (in Belgien) in Leverkusen vor allem an junge Menschen und Schwangere zu verteilen.

Die NRW-Landesregierung reagiere damit "auf die prekäre Sicherheitslage beim belgischen Atomkraftwerks Tihange", erklärt Bürgermeister Gerd Wölwer, umweltpolitischer Sprecher der grünen Ratsfraktion. "Tihange, 130 Kilometer entfernt, stellt auch für Leverkusen eine ernstzunehmende Bedrohung dar."

Die werde sich nicht mit Pillen beseitigen lasse. "Jedem sollte klar sein, dass Jod-Tabletten nur einen sehr eingeschränkten Schutz bieten", sagt Wölwer. Sie sorgten dafür, dass sich radioaktives Jod, das bei einer Reaktorkatastrophe freigesetzt werde, nicht in der Schilddrüse einlagern und damit Krebs verursachen könne. "Gegen eine - im Falle eines GAUs - flächendeckende Verseuchung ganzer Regionen mit den entsprechenden Konsequenzen für Mensch und Natur existiert dagegen kein wirksamer Schutz. Daher muss Tihange sofort und endgültig vom Netz."

Die Städteregion Aachen und die Landesregierung haben beim belgischen Staatsrat Klage gegen den Weiterbetrieb eingereicht. Diese wird von vielen NRW-Kommunen - unter anderem von Leverkusen - unterstützt.

(sug)
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