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Leverkusen
Grüne setzen sich beim Thema kriminalpräventiver Rat durch

Leverkusen. Stefan Hebbel ist seit kurzem Leiter der Direktion Kriminalität im Oberbergischen Kreis. Der 41-jährige Leverkusener ist ein absoluter Experte, was Polizeithemen betrifft. Von Peter Clement

Insofern war es auch nur logisch, dass Hebbel in der Sitzung des Stadtrates am Montagnachmittag für die Christdemokraten zum Thema Einführung eines kriminalpräventiven Rates in Leverkusen das Wort ergriff. Schließlich hatte die CDU - genauer gesagt, ihr Ratsherr und Bürgermeister Bernhard Marewski - das Thema im Zuge diverser Beobachtungen einer Drogenszene auf dem Vorplatz des Leverkusener Forums aufgebracht. Die CDU-Fraktion war es auch, die kurz darauf einen Antrag zur Einrichtung eines kriminalpräventiven Rates stellte - und zwar mit großer Dringlichkeit. In einem solchen Gremium arbeiten Spitzenkräfte aus Polizei, Verwaltung und Sozialarbeit zusammen - ein Erfolgsbeispiel ist seit Jahren in Düsseldorf zu beobachten.

Umso mehr erstaunte es Beobachter jetzt, dass Hebbel in der Stadtrats-Sitzung am Montag das Heft plötzlich aus der Hand gab. Immerhin hatten die CDU und ihr Ratsherr Marewski im Vorfeld der Sitzung sogar ein dickes Lob von NRW-Innenminister Herbert Reul erhalten. Reul ließ wissen, er begrüße die ldee, einen "kriminalpräventiven Rat" einzurichten. "Handeln statt monieren - ein richtiger Ansatz, den ich unterstütze", betonte der Minister.

Jetzt zog Hebbel den CDU-Antrag im Stadtrat zurück - und machte damit den Weg frei für einen Antrag der Grünen, der deutlich distanziertere Züge trägt. Er sieht unter anderem vor, die Stadt möge doch bitte prüfen, inwieweit Verbesserungen in den Bereichen Straßensozialarbeit und Offene Jugendeinrichtungen überhaupt "sinnvoll und umsetzbar sind". In Grünen-Fraktionskreisen war in den vergangenen Wochen denn auch mehr oder weniger offen gemunkelt worden, die CDU habe bei dem Thema übertrieben.

Dadurch, dass die Christdemokraten ihren Antrag nunmehr gänzlich zurückzogen, nachdem sie zuvor bereits zwei der ursprünglich drei Punkte gestrichen hatten, sehen sich die Grünen jetzt in ihrer Haltung bestätigt. Hebbel begründete den Schritt zwar mit dem Argument, der CDU sei in dieser Frage der Konsens mit den anderen Parteien wichtig. Und Roswitha Arnold, die Fraktionschefin der Grünen, dankte ihm dafür, dass "es in dieser Frage jetzt offenbar doch zu einer breiten Mehrheit komme. Den eigenen Antrag nannte sie in der Ratssitzung aber auch "zielführend". Der CDU-Vorstoß war es für sie demnach ganz offensichtlich nicht.

Quelle: RP
 
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