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Leverkusen
Grundschüler werden zu Gärtnern

Leverkusen. Hans-Christian-Andersen-Schule Hitdorf weihte gestern seinen Schulgarten ein: in der Kleingartenanlage. Von Isabell Konegen

Ein Garten benötigt meist viel Mühe und Zuwendung. Doch das hat die Hans-Christian-Andersen-Schule in Hitdorf nicht davon abgehalten, sich einen Schulgarten zuzulegen.

Bepflanzte Felder und ein neues Gartenhäuschen zieren den Garten in der Kleingartenanlage Hitdorf. Zur offiziellen Einweihung des Gartens am gestrigen Dienstagmorgen haben die Viertklässler symbolisch einen Apfelbaum gepflanzt. "Jeder Jahrgang hat einen individuellen Pflanzauftrag", sagt Ulrike Peickert, die seit zwei Jahren Schulleiterin der Grundschule ist. "Die Erstklässler sind für die Erbsen und die Bohnen zuständig, die Viertklässler für die Kartoffeln." Im Herbst findet dann ein sogenanntes Kartoffelfeuer statt. Auch der katholische Kindergarten in Hitdorf beteiligt sich eifrig mit dem Pflanzen von Sonnenblumen.

Damit es dem Garten an Pflege nicht mangelt, besucht jede Klasse einmal in der Woche für ein bis zwei Schulstunden den Schulgarten. Dabei kümmern sie sich um ihre Ernte und sorgen dafür, dass die Pflanzen genügend Wasser bekommen. Doch die wirklich harte Gartenarbeit bleibt den Kleinen erspart. "Unsere sehr aktive Elternhilfe kommt samstags immer zum Umgraben", sagt Peickert. Auch für die Elektrik im Gartenhäuschen wurde gesorgt, und dank der Familie Wild hat man dort Strom.

Weitere Unterstützung, in Form von Geld, erhält die Grundschule für ihr Gartenprojekt durch den Bezirk I und die Firma Paeschke. So kamen insgesamt 3000 Euro zusammen. Das Startkapital stellte jedoch der Kleingartenverein zur Verfügung. Durch den Gewinn bei einem Wettbewerb standen ihnen 4000 Euro für einen sozialen Zweck zu.

"Ich wollte schon immer mal einen Schulgarten einrichten", sagt Josef Kuzia. Der Vorsitzende im Kleingartenverein hatte die Vision von einem Garten für die nahegelegene Grundschule. "Als wir 2011 sieben neue Parzellen dazubekommen haben, habe ich mich direkt mit der Schule in Verbindung gesetzt." Und die Idee hat gezündet: Am 1. Juli 2013 unterschrieb die damalige Schulleiterin Judith Husmann den Vertrag. Bis zur Eröffnung hat es ein wenig gedauert, doch besser spät als nie. So kann jetzt nicht nur Gartenarbeit dort stattfinden, sondern auch Unterricht. "Das Gartenhäuschen soll zu einem ,grünen Klassenzimmer' werden, wo Sachunterricht passend zum Garten stattfinden kann", erklärt Peickert, "Mit Mikroskopen und Lupen kann beispielsweise der Aufbau einer Pflanze erforscht werden."

Auch ehemalige Lehrer sind begeistert von der netten Idee, wie Ursula Routs. Sie hilft trotz ihres Ruhestandes mit. "Da ich hier in Hitdorf wohne, komme ich öfters mal vorbei", sagt sie. Da bald die Sommerferien vor der Tür stehen, bleibt die Frage, wer sich um den Garten kümmert. Zum Glück gibt es Eltern, die sich dem Gießen verpflichtet haben. So können die Kinder getrost ihre Ferien genießen, ohne dass der Garten vernachlässigt wird.

Quelle: RP
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