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Leverkusen
Gruppen stellen sich bei Selbsthilfetag vor

Leverkusen: Gruppen stellen sich bei Selbsthilfetag vor
Viele Mitglieder von Selbsthilfegruppen präsentieren ihre Arbeit am 23. September. Gestern luden Vertreter der Gruppen zum Pressegespräch. FOTO: C. Segovia
Leverkusen. Auf dem Gelände der Awo werden sich am 23. September einige der rund 60 Selbsthilfegruppen der Stadt präsentieren. Von Cristina Segovia-Buendía

Kraft aus der Gemeinschaft zu schöpfen, und sich mit seinem Problem nicht alleine zu fühlen, das sind die Stärken einer Selbsthilfegruppe. Ein offenes Kollektiv von Betroffenen, die sich gegenseitig einen ständigen Zufluchtsort anbieten. In Leverkusen gibt es rund 60 solcher Gruppen, die am Samstag, 23. September, ihren gemeinsamen Selbsthilfetag rund um die "Alte Töpferei" der Arbeiterwohlfahrt (Awo) begehen und sich der Öffentlichkeit vorstellen.

Zum fünften Mal schon feiert das Leverkusener Selbsthilfebüro mit seinen angegliederten Gruppen den Selbsthilfetag auf dem Gelände der Awo am Berliner Platz: "Wir werden verschiedene Infostände haben, an denen sich einzeln Gruppen vorstellen", sagt Birgit Seehausen, Leiterin des Selbsthilfebüros. Darüber hinaus wird ein Kurzfilm gezeigt, gemeinsam gesungen und zum Dank - als Geschenk an die Awo, die einigen Selbsthilfegruppen Raum bietet - ein Apfelbaum gepflanzt und eine "Selbsthilfe-Bank" überreicht. Die Bank wurde in der Werkstatt der Lebenshilfe Quettingen gebaut, der Baum wird von der dazugehörigen Gärtnerei in Bürrig gesetzt.

Den Tag findet Seehausen deshalb so wichtig, "weil es eigentlich die einzige Gelegenheit ist, in der die Gruppen selbst mal untereinander in Kontakt treten können." Darüber hinaus knüpfen die Gruppenmitglieder in lockerer Atmosphäre Kontakte zu Interessenten. "Die Hemmschwelle ist, zumindest bei uns, nicht mehr so groß", sagt Gisela Brahde, Therapeutin der Rheuma-Selbsthilfegruppe und Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft. "Das Selbstverständnis hat sich geändert." Betroffene gingen selbstbewusster mit ihren Problemen um. Ganz gleich ob es um Rheuma, starkes Übergewicht, Alkoholismus, Depressionen, oder eben auch um die Trauerbewältigung geht. Die Angebotspalette reicht von Aids, Angststörungen oder Autismus bis Spielsucht und Transsexualität.

Die Rheuma-Liga ist mit rund 470 Mitgliedern, 24 Therapie- und vier offenen Gruppen, die größte Selbsthilfegruppe in Leverkusen. "Zu jüngeren Betroffenen Kontakt zu bekommen, ist schwieriger", sagt Brahde. "Wir haben es mal mit einer Kindergruppe probiert, aber das hat nicht geklappt." Die Sprecherin freut sich auf den Selbsthilfetag, weil die Gruppen dort auf sich aufmerksam machen können: "Da wir kein eigenes Büro haben, ist es eine tolle Chance Leute zu informieren." Beispielsweise darüber, dass die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe meist gebührenfrei ist.

Samstag, 23. September, 11 bis 17 Uhr

Quelle: RP
 
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