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Radserie 2017
Gute GPS-Geräte kosten ab 200 Euro

Radserie 2017: Gute GPS-Geräte kosten ab 200 Euro
Lucian Bergmann kennt sich mit GPS-Geräten fürs Fahrrad aus. Sein Tipp: nicht einfach im Internet bestellen, sondern sich beraten lassen, um das Gerät zu finden, was zu einem passt. FOTO: Matzerath
Leverkusen. Wer sich mit dem Fahrrad auf Neuland begibt, braucht Orientierung. Dabei unterstützen kleine elektronische Helfer am Fahrradlenker, die GPS-Geräte. Da ist aber noch lange nicht eins wie das andere, sagt der Experte Lucian Bergmann. Von Tobias Falke

"Piiiiiep - in dreihundert Metern bitte rechts abbiegen": Wer jetzt dachte, er sitze gerade in einem Auto und die freundliche Stimme im Navigationsgerät sagt den Weg an, der liegt nur zum Teil richtig. Denn die freundliche Stimme gibt tatsächlich die Richtung vor - allerdings für Radfahrer. GPS-Geräte gehören mittlerweile fast schon zur Standard-Ausrüstung auf dem Zweirad. Doch ab wann braucht man überhaupt ein GPS-Gerät und welches sollte man sich zu legen? In unserer Fahrrad-Serie kommen wir den elektronischen Helfern auf die Spur.

Bei schönem Sommerwetter mit dem Fahrrad am Rhein spazieren fahren und sich im Biergarten erholen - das klingt erst einmal gut. Den Weg findet jeder fast blind. Dafür braucht's sicherlich kein GPS-Gerät. Doch auf die Dauer wird die Tour zum Stammlokal vielleicht doch etwas zu langweilig. Vielleicht hat der eine oder andere im Freundeskreis noch einen Geheimtipp. Aber wenn selbst das nicht mehr reicht, dann können GPS-Geräte weiterhelfen. Denn sie verbinden den Fahrradfahrer mit Millionen anderen Fahrradfreunden, die ihre Lieblingsstrecken online ins Netz stellen. Mit den GPS-Geräten kann der Nutzer sich diese auf den eigenen Lenker setzen und direkt "nachfahren".

"Der GPS-Markt ist groß", sagt hier Lucian Bergmann, "da ist es oftmals schwer, den Überblick zu behalten". Der gelernte Zahntechniker hat sein Hobby mittlerweile zum Beruf gemacht. Er bietet nicht nur GPS-Führungen und -Radtouren an, er berät auch in Sachen GPS-Geräte. Für ihn ist in Sachen Kauf vor allem eines wichtig: "Ich brauche ein GPS-Gerät, das meine Bedürfnisse befriedigt. Das ist ähnlich wie mit einem Smartphone."

Da gibt es GPS-Geräte, die die höchste Energieeffizienz bieten und gleichzeitig für schmale Portemonnaies eine Alternative sind, aber dann auch weniger an Leistung bringen (zum Beispiel nur acht Stunden Akkulaufzeit anstelle von 25 Stunden) oder komplizierter in der Handhabung sind.

Doch gerade ältere Radfahrer brauchen ein bedienfreundliches GPS-Gerät. "Am besten mit Touch- screen und einem Display, das Schutz vor Sonne bietet und sich nicht spiegelt", betont der 60-jährige. Für Mountainbiker gibt es dann die Extremvariante. Robust und einfach zu bedienen: "Da müssen dann die Biker-Handschuhe nicht extra ausgezogen werden. Und wenn es mal auf den Boden fällt, ist es ebenfalls nicht gleich kaputt."

Gute Geräte würden preislich bei rund 200 Euro anfangen, die meisten Kunden circa 300 Euro ausgeben. Lucian Bergmann schwört auf die Marke Garmin: "Das ist der Marktführer, und die können es einfach. Kleinere Anbieter kommen und gehen."

Der Meinung ist auch Uwe Witte vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) Leverkusen: "Garmin hat schon die besten Geräte, sie sind aber auch dementsprechend teuer. Ich hatte gerade ein Modell der Marke Teasi. Aber damit gab es leider ein paar Probleme. Gute Alternativen sind für mich die Modelle von Falk."

Wer sich über GPS-Geräte näher informieren will, der kann sich unter anderem direkt von Lucian Bergmann beraten lassen oder zum Beispiel bei einer GPS-Tour mitradeln. Der ADFC bietet über seine Homepage sogar eine eigene GPS-Gruppe an.

Vor einen einfachen Kauf im Internet rät Experte Bergmann ab, auch wenn die Produkte dort manchmal günstiger seien: "Ich würde mich im Vorfeld zumindest bei einem Händler gut informieren und dann erst zugreifen. Er weiß genau, was zu mir passt, das Internet will nur verkaufen", merkt der Leverkusener an.

Eine gelungene Alternative zu den GPS-Modellen sei immer noch das Smartphone. Fast alle gängigen Modelle wären mittlerweile mit GPS ausgestattet. Mit den nötigen Apps wie etwa "Outdooractiv" könne man sich laut Uwe Witte auch einen guten Überblick verschaffen. Seine jüngsten Radtouren an den Bodensee, die Ostsee und nach Dänemark organisierte er meistens unterstützend mit der digitalen Kartenplanung. Lucian Bergmann weist allerdings darauf hin: "Das Smartphone würde ich nur in der Stadt verwenden. Bei längeren Touren hält der Akku nicht, und es ist nicht so robust wie ein GPS Gerät."

Weitere Infos: www.lucian-bergmann.de oder www.adfc-lev.de

Quelle: RP
 
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