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Leverkusen
Häkelmützen-Schau in der Frauenberatungsstelle

Leverkusen. Mit einer Handarbeitsaktion macht die Frauenberatungsstelle derzeit auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam. Von Gabi Knops-Feiler

Mit einer ungewöhnlichen Aktion hatte sich die Frauenberatungsstelle Leverkusen vor etwa drei Monaten an die Öffentlichkeit gewendet und um Hilfe gebeten. Es ging ums Häkeln. Motto: "Bei uns gibt es nichts auf die Mütze." Auf diese Weise sollte "das Thema häusliche Gewalt einmal ganz anders" dargestellt werden, erläutert Mitarbeiterin Andrea Fikenscher dazu.

Unterstützung kam von allen Seiten. Zum Einen haben Thomas Jaenisch und Felix Rohland exklusiv für die Frauenberatungsstelle Leverkusen eine Häkel-Anleitung entworfen. Jaenisch und Rohland sind die so genannten "Boshi Jungs", die bereits im Vorjahr mit bunten Mützen (Boshi ist japanisch für Mütze) die Szene eroberten und für den Deutschen Gründerpreis 2014 in der Kategorie Aufsteiger nominiert wurden. Zum Anderen haben Ehrenamtler aus sozialen Einrichtungen bereitwillig Mützen gehäkelt. Insgesamt 180 Stück. Die benötigten Wollspenden kamen von den Handarbeitsgeschäften Hobbytreff, Wollmadame und Stoffknirps.

Gestern, beim Tag der offenen Tür - dem ersten in der Geschichte der Leverkusener Frauenberatungsstelle - dankte Mitarbeiterin Karin Lenz allen Beteiligten für ihren Einsatz und die spontane Hilfsbereitschaft. Zuletzt ließen sich bekannte Leverkusener mit Mütze auf dem Kopf ablichten. Zu ihnen gehörten zum Beispiel Oberbürgermeister Uwe Richrath und Sportlerin Ulrike Nasse-Meyfarth.

Aber auch Johanna Gastdorf, die mit Ehemann Jan-Gregor Kremp und Sohn Leo in Leverkusen wohnt. "Ich habe als Kind mit wenig Erfolg gehäkelt", bekannte die aus dem "Tatort" und anderen Filmen bekannte Schauspielerin. Im Gegensatz dazu beherrscht die Leverkusener Journalistin und Buchautorin Maren Gottschalk das Metier. "Allerdings häkele ich bevorzugt Topflappen", gestand sie lachend. Die meisten Kopfbedeckungen wurden bereits beim Anti-Gewalttag am 25. November auf einem Weihnachtsmarkt in Köln veräußert (dort konnte die Frauenberatungsstelle einen Sozialstand kostenfrei nutzen). Übrig blieben etwa 50 Mützen, die gestern verkauft werden sollten. Darüber hinaus gab es bei Glühwein und Kaffee in entspannter Atmosphäre das ein oder andere Geschenk wie Holz-Sterne und Stelen oder Marmelade zu erwerben. Während das Beratungsteam Fragen beantwortete oder Bürgerinnen über das niedrigschwellige Angebot des Vereins in der Birkenbergstraße informierte, suchten sich Johanna Gastdorf und Maren Gottschalk bereits Mützen in ihren Lieblingsfarben aus. "Obwohl nicht sicher ist, ob wir die derzeit überhaupt brauchen", bemerkte Gottschalk mit Blick aufs Wetter an.

Quelle: RP
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