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Leverkusen
Händler fordern Chancengleichheit für Wochenmärkte

Leverkusen. Der Stadtteil Schlebusch gilt unter den Leverkusenern Bürgern zu den attraktivsten Standorten der Stadt. Damit die Attraktivität des Stadtteils weiter gehalten werden kann, soll allerdings in Zukunft mehr investiert werden, geht es nach der Werbe- und Fördergemeinschaft Schlebusch (WFG). Sie hat Sorge, dass sonst in den kommenden Jahren durch leerstehende Gebäude, 1-Euro Ramschläden und der Wegfall vom Bauernmarkt ein großer Image-Schaden für Schlebusch entsteht. Deshalb müsse man bereits jetzt aktiv zur Attraktivität beitragen und "handeln statt zu jammern". Von Tobias Falke

"Besonders drei Themen liegen uns hier auf dem Herzen", erläutert Vorsitzender Ulrich Kämmerling, "die aktuelle Verkehrsbelastung, die geplante Ansiedlung eines Nahversorgers im Süden Schlebuschs sowie die Neugestaltung der Leverkusener Wochenmärkte." Der Umfahrungsverkehr der großen Autobahnbaustellen auf der A 1 und der A 3 am Kreuz Leverkusen würden zahlreiche Autofahrer über die B 51 von Burscheid über Schlebusch führen. Gerade zahlreiche Lkw würden so nicht nur den Verkehr und die Gesundheit der Bürger belasten, sondern auch unmittelbare Auswirkungen auf den Handel in Schlebusch herbeiführen. Deshalb begrüße man Ideen aus der Politik und von Bürgern, Wegebeschilderungen mit dem Hinweis "Navi aus, Umleitung folgen" zu installieren oder ein Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen für bestimmte Straßen zu erzwingen. Gewünscht sei ein Arbeitskreis unter Beteiligung von Verwaltung, Verkehrsexperten, Bürgern und der WFG. Beim Thema Nahversorgung ist die WFG deutlich gegen einen Vollsortimenter in der Größe des geplanten Rewe-Marktes positionieren. Denn durch die geplante Größe mit rund 100 ebenerdigen Parkplätzen hätte dieser einen großen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Händlern mit "Zwangstiefgaragenstellplätzen" im Ortskern. So kam unter anderem die Idee auf, man könne die Fläche nicht nur für einen Vollsortimenter nutzen, sondern auch vor Ort einen Kindergarten errichten, da diese momentan händeringend gesucht würden. Das Thema, was die WFG am meisten bewegt, ist die Vergabe der städtischen Wochenmärkte an einen privaten Betreiber, die Deutsche Marktgilde. Zwar unterstützen sie die Entscheidung der Erhaltung der Wochenmärkte, allerdings wünschen sie sich Chancengleichheit. Durch die deutliche Preisveränderung der Marktgilde hat die WFG Sorge, dass große Stände abgeworben werden. Eine Gebührenminderung von bis zu 60 Prozent würde zu einer Wettbewerbsverzerrung führen. Die Folge wäre, dass durch den Wochenmarkt finanzierte Aktionen wie der Schlebuscher Kindertag, Schlebuscher Martinsmarkt, den Karnevalszug in Schlebusch oder die Weihnachtsbeleuchtung in der Fußgängerzone nicht mehr stattfinden könnten, da dann die finanziellen Mittel fehlten. Und genau das sei doch der Antrieb für ein attraktives und funktionierendes Schlebusch, hieß es.

Quelle: RP
 
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