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Leverkusen
Hagebaumarkt-Schließung: "Kipp & Grünhoff ist davon nicht betroffen"

Leverkusen. Eigentlich ist er kaum wegzudenken: der Baumarkt an der Olof-Palme-Straße. Aber ab 1. Juli 2016 fährt kein Heimwerker mehr vor. Dann ist Schluss. Der Schritt sei überfällig, sagt Heinz Grünhoff. "Nur im ersten Jahr haben wir Gewinn gemacht." Wie hoch sich das Minus im Kernschatten des Wasserturms türmte? "Es war viel Geld", sagt der Vorsitzende der Grünhoff Holding & Verwaltung GmbH. Von Roman Zilles

Begonnen hat alles 1990 als Gartencenter, 1996 kam ein Baumarkt hinzu. Damit hätte alles gut werden können. Denn: "Nach der Wiedervereinigung gab es eine riesige Euphorie, was Baumärkte anging", sagt Heinz Grünhoff. In Leverkusen habe es nur Kipp und Grünhoff in Opladen und einen - verglichen mit heutigen Ausmaßen - kleinen Obi gegeben. Geschäftsführer Michael Grünhoff sagt: "Die Zeit war günstig" - aber sie blieb eben nicht stehen.

Das Aus habe einige Gründe: Expansionen der Konkurrenz und politische Beschlüsse führen die Grünhoffs an. Bauhaus verfüge heute über eine fast doppelt so große Verkaufsfläche wie sein Hagebaumarkt (8000 Quadratmeter), sagt Michael Grünhoff. "Dadurch gehen Marktanteile verloren." Auch der Versuch, durch den Ausbau des Gartencenters Boden gut zu machen, habe nicht gefruchtet, weil das Gartencenter Selbach in Schlebusch eröffnet habe. Ein weiteres Problem: die Miete. Seit 20 Jahren habe man weit mehr als angemessen gezahlt, sagt Heinz Grünhoff. Als zuletzt bei Verhandlungen mit dem Vermieter keine Einigung erzielt worden sei, sei das Aus besiegelt worden.

Die drei Auszubildenden werden im Markt in Langenfeld übernommen, die übrigen knapp 30 Beschäftigten müssen sich neu orientieren - mancher schon wieder, einige waren auch von der Praktiker-Pleite betroffen. "Die Mitarbeiter waren traurig", sagt Michael Grünhoff. "Aber viele waren vorbereitet, da die Immobilie schon im Internet angeboten wurde." Es soll schon einen Nachmieter geben. Aber den kenne man nicht. Und das blockiere mögliche Zukunftspläne, erläutert Michael Grünhoff. "Ein Teil der Fläche hier gehört der Holding. Darauf ließe sich gut ein Gartencenter betreiben, wenn etwa nebenan ein Einkaufsmarkt aufmacht. Aber nicht, wenn ein Fitness-Center einzieht."

Vom Aus "ist Kipp & Grünhoff in Opladen nicht betroffen", sagt Grünhoff. Anders als der Bürriger Markt, hinter der die Garten-Hobbyland GmbH steht, betreibt Kipp&Grünhoff den Markt in Opladen. Dort läuft der Mietvertrag bis 30. Juni 2017. Michael Grünhoff versichert: "Kipp&Grünhoff hat die erste Option, den Vertrag zu verlängern." Ob es so kommt, stehe noch nicht fest. "Allerdings haben wir seit der Fusion mit der Firma Schmidt-Rudersdorf dort keinen Einfluss auf die direkte Betriebsführung mehr", merkt Heinz Grünhoff an.

Quelle: RP
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