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Postskriptum
"Hallo, Wassertaxi"- so löst Leverkusen den Stau auf

Leverkusen. Wassertaxi - das klingt irgendwie nach schöner neuer ÖPNV-Welt und doch auch romantisch. Aber nicht unmöglich - wie ein Blick auf die Verkehrsproblematik in Leverkusen zeigt.

Wassertaxis sind weltweit verbreitet. Venedig hat seine Vaporeti. In vielen Städten Asiens wäre ein Leben ohnesie nicht möglich. Einige Wassertaxis verkehren nach Fahrplänen und auf festgelegten Routen mit vorgegebenen Anlegestellen, es gibt aber auch Wassertaxis, die, ähnlich den Taxis auf der Straße, vom Fahrgast für bestimmte Fahrstrecken gechartert werden können.

Ertönt auch bald in Leverkusen der Ruf "Hallo, Wassertaxi"? Warum nicht. Der ehemalige Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn warb im Wahlkampf auf einemBötchen im Rhein via TV um diese Möglichkeit, auch wenn er dabei angesichts des feuchten Wetters ein etwas gequältes Gesicht zeigte.

Köln plant sogar bereits konkret.

In Deutschland verkehren Wassertaxis unter anderem zwischen den Häfen von Stralsund oder Schaprode und der Insel Hiddensee. Aber in vielen Städten weltweit hat sich der Einsatz von Wassertaxis auch als preiswerte und schnelle Alternative zum überlasteten Straßenverkehr erwiesen.

Und mit so etwas kennt sich Leverkusen nun wahrlich aus: von der teilgesperrten A1-Rheinbrücke über den Dauerstau auf der A3 bis hin zur renovierungsstau-geplagten A 542 stehen die Autofahrer mehr, als dass sie vorankommen.

In Zeiten der schlimmsten Staus hat sich die Hitdorfer Rheinfähre bereits für viele Autofahrer als gute Alternative zum ewigen Stop and go bewährt.

Warum also nicht dem Beispiel Amsterdam, Basel, Berlin, Bromberg, Dordrecht, Traunkirchen, Attersee, Düsseldorf, Hamburg, Potsdam oder Rotterdam folgen? In Leverkusen geht man davon aus, dass die Planungen Fahrt aufnehmen, weil in Köln die Einführung eines Linienbetriebs auf dem Rhein beschlossen wurde.

Morgens kommen an der Wacht am Rhein also bald vielleicht Mitarbeiter der Fordwerke an Bord, um sich zur Frühschicht schippern zu lassen. Mittags sind Touristen in der Überzahl und überzeugen sich von den Reizen des Flusses. Und abends fahren die Fordarbeiter mit ihrem Job-Ticket wieder heim.

Klingt irgendwie nach schöner neuer ÖPNV-Welt und doch auch romantisch. Aber nicht unmöglich - denn allen, die eine solche Idee heute noch belächeln, sei gesagt: Jeder Verkehrsweg, der künftig zügige Transporte garantiert, hat Vorteile gegenüber dem derzeitigen Dauerstau-Problem auf der Straße.

peco

Quelle: RP
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