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Leverkusen
Handballerinnen setzen sich für Oliver ein

Leverkusen: Handballerinnen setzen sich für Oliver ein
Katharina Molitor (l.) zeigte gestern, wie leicht die Typisierung ist. FOTO: UM
Leverkusen. Vier Minuten, länger dauert die Registrierung nicht. Parallel zum Handballspiel zwischen den Bayer 04-Elfen und dem HC Leipzig war eine Aufnahme in die Knochenmarkspenderdatei möglich. Die Initiative fand gestern für den Leukämiekranken Oliver statt. Der 48-Jährige ist ehrenamtlicher Helfer des TSV Bayer 04 und sucht dringend einen Spender. Von : Sidney-Marie Schiefer

Die Registrierung erfolgt ohne Spritze. Freiwillige müssen sich nur mit einem Wattestäbchen über die Innenseite des Mundes streichen. Freunde und Verwandte der Handballspielerinnen gingen mit gutem Vorbild voran. "Ich freue mich, dass der Verein so viel Einsatz zeigt", sagte Conny Krüger. Die Lebensgefährtin von Oliver verkauft mit ihm normalerweise die Eintrittskarten, am Sonntag machte sie es alleine. Für Oliver wäre die Ansteckungsgefahr auf einer solchen Veranstaltung viel zu groß. Leicht könnte er sich einen Virus einfangen. Am Dienstag ließen sich bereits alle Spielerinnen des TSV Bayer 04 registrieren, dort war Oliver dabei.

Krüger ging es aber nicht nur um Oliver. "Ich bin froh, wenn wir einen Spender für einen der vielen Erkrankten finden", betonte sie. Jede 16. Minuten wird eine Blutkrebserkrankung entdeckt, jeder fünfte Kranke findet keinen Spender (Info aus Knochenmark-Spenderdatei).

Von 13 bis 18 Uhr konnten sich Freiwillige am Sonntag registrieren lassen. Bereits vor dem Spiel gab es über 100 neue potenzielle Spender. Eine von ihnen ist die 17-jährige Mia Zschocke. Mit ihren Freundinnen aus der zweiten Damenmannschaft kümmerte sie sich um die Registrierungen. "Alle, die alt genug waren, haben freiwillig den Test gemacht", sagte sie. Da es um einen guten Zweck gehe, sei das Helfen keine Frage gewesen. Bevor es mit der Arbeit losging, gab es eine Einweisung durch Daniele Prante von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS): "Spenden darf nur, wer über 17 ist. Außerdem muss die Krankheitsgeschichte berücksichtigt werden". Nach der Registrierung sei die Arbeit nicht getan. Bis zu sechs Wochen dauert jede Typisierung und kostet den Verein 40 Euro. Es sei schwer, Zahlen zu nennen, die die Erfolgsraten der Registrierungen wiedergeben, sagte Prante. "Aber für jeden der Erkrankten ist die Spenderdatei seine letzte Chance", betonte die Helferin.

Auch Krüger weiß um den Wert der Veranstaltung. "Nichts ist einfacher, als für einen Leukämiepatienten zu spenden", erklärte sie. Sollte es zu einer Übereinstimmung kommen, ist die Behandlung für den Spender meist nicht mal mit einem Krankenhausaufenthalt verbunden. Einem Erkrankten kann sie allerdings das Leben retten.

Quelle: RP
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