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Leverkusen
Handwerkskammer und Stadt wollen Staus auflösen

Leverkusen: Handwerkskammer und Stadt wollen Staus auflösen
Die Dhünnbrücke an der BayArena muss erneuert werden: Damit wird es 2016 einen Engpass auf der Bismarckstraße, einer Hauptverkehrsstraße, geben. FOTO: RED
Leverkusen. Mit einem fünf Seiten umfassenden Aktionsprogramm sollen die 33 000 Handwerksbetriebe gegen Verkehrschaos geschützt werden. Von Peter Korn und Ulrich Schütz

Man sieht die Staus schon förmlich vor sich: Im kommenden Jahr soll die Schlebuscher Straße zwischen der Autobahnbrücke 1/Alkenrath und Borsigstraße (Höhe Auto Richter) saniert werden, wenn bis dahin alle Kanalbaumaßnahmen erledigt sind. Die Fahrbahnerneuerung, die grundlegend erfolgen muss, lässt sich wahrscheinlich nur unter Vollsperrung erledigen, zumindest für den Abschnitt Autobahnbrücke bis Textar.

Damit müsste die Stadt für 20 000 Autos pro Tag eine Umleitung anbieten. Wenn dann noch gleichzeitig die Bismarckstraße zur Brücken-Großbaustelle wird, könnte die Staugefahr stark steigen. Daher tüfteln TBL-Chef Wolfgang Herwig und seine Kollegen an einem Konzept. Denn das ist sicher: Die Schlebuscher Straße ist so kaputt, dass sie der Stadt bald um die Ohren fliegt.

Ein klassischer Fall für einen so genannten Baustellenmanager. Der soll künftig zentral alle Baustellen an Straßen im Stadtgebiet im Auge behalten und auch mit Maßnahmen an Autobahnen oder Ausfallstraßen in Beziehung setzen. Das Ziel: Wenn die Autobahn dicht ist, sollte nicht parallel dazu an einer Leverkusener Verkehrsader gearbeitet werden. Das ist aber nur ein Aspekt eines fünf Seiten umfassenden Aktionsprogramms, mit dem der Verkehrsfluss verbessert werden soll.

Ausgearbeitet haben es die Stadt Leverkusen sowie die Handwerkskammer zu Köln. Deren Hauptgeschäftsführer Dr. Ortwin Weltrich begründete sein Mitwirken gestern mit eindrucksvollen Zahlen: Jahr für Jahr gingen den 33 000 Handwerks-Unternehmen im Kammerbezirk 240 Millionen Euro nur dadurch verloren, dass ihre Fahrzeuge in Staus steckten, erklärte Weltrich: "Wir haben also ein enormes Interesse daran, dass es möglichst wenig Verkehrsbehinderungen gibt."

Unnötige Staus sollen künftig durch diverse Maßnahmen verhindert werden. Unter anderem: - Anschluss aller Ampeln an einen modernen Verkehrsrechner ( ist mit Kosten verbunden, die der Stadtrat genehmigen müsste);

- qualifiziertes Baustellenmanagement im Stadtbezirk mit ausreichend Ausweichrouten;

- Einführung eines regionalen Verkehrsleitkonzeptes mit Parkleitsystem-Applikationen für Smartphones und Lkw-Navigationssoftware;

- konsequentes Unterbinden von Parken in zweiter Reihe und Missbrauch von Ladestreifen;

- Wartung und Reparatur von Leitungen (EVL, Netcologne etc.) nur außerhalb der Hauptverkehrszeiten.

Köln, Bonn und Leverkusen hat die Handwerkskammer für das Konzept kontaktiert, das allerdings auch diverse Selbstverständlichkeiten enthält. Laut Handwerkskammerchef Weltrich war es trotzdem wichtig, alles genau festzuhalten, auch vermeintliche Banalitäten: "Ich habe die Erfahrung gemacht, das städtische Eigenbetriebe und die Konzernmutter Stadt bei der Planung von Straßenbaumaßnahmen oft überhaupt nicht mehr miteinander kommuniziert haben", sagt er.: "Wenn wir Erfolg haben wollen, muss sich das ändern."

Quelle: RP
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