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Leverkusen
Heftige Diskussion um Flüchtlingsprojekt Rheindorf

In Zahlen: Flüchtlinge pro Stadt
In Zahlen: Flüchtlinge pro Stadt FOTO: RP
Leverkusen. An der Felderstraße 160 (ehemaliger Standort Jugendhaus Rheindorf) will die Stadt ein Containerdorf für die Unterbringung von 90 Flüchtlingen errichten. Am 1. September soll die Anlage in Betrieb gehen. Von Ulrich Schütz

Das Vorhaben löste im Bezirk I eine lange Diskussion aus. Die Stadt bezeichnet den Standort als alternativlos, weil die Zahl der Flüchtlinge rapide steige und die Stadt die Pflicht zur Unterbringung habe. CDU-Bezirksvertreter Andreas Eckloff kritisierte: Warum kommt der Flüchtlingsstandort dorthin, wo jetzt schon in der Nähe die Moschee stehe? Warum konzentriere die Stadt die Belastungen auf einen Punkt? Andere Stadtgebiete würden verschont, behauptete Eckloff. Derzeit zeige sich in Rheindorf ein "schönes Zusammenleben", die Kriminalität sei rückläufig. "Und jetzt das!", sagte der Christdemokrat mit Blick auf das Flüchtlingsprojekt.

Das Containerdorf komme an die Felderstraße, "weil Ihre Parteifreunde, wie die Hebbels und andere, dies vor ihrer eigenen Tür, etwa in Quettingen, nicht haben wollen", assistierte wenig später Bürgerlisten-Ratsherr Erhard Schoofs, "die Flüchtlingssiedlungen werden an Stellen gelegt, wo die politisch Mächtigen nicht gestört werden." "Genau so ist das!", kommentierte Eckloff. Der CDU-Ratsherr fordert die Offenlegung des städtischen Abwägungsprozesses, nach dem die einzelnen Flüchtlings-Unterkunfts-standorte festgelegt werden. Schließlich müssten die Politiker die Projekte bei der Bevölkerung vertreten. Wolfgang Molitor (Stadt) widersprach den Vorwürfen. Es würden noch an vielen Stellen Unterkünfte aufgebaut. Die Bereiche aber, die jetzt in der Beratung seien, ließen sich am schnellsten umsetzen. Die anderen Planungen stünden gerade erst am Anfang.

CDU-Ratsherr Rüdiger Scholz kritisierte die Stadt wegen eines anderen Punktes: Der Containerdorf-Standort Felderstraße liege in einem Wasserschutzgebiet. Das Bauprojekt werde deshalb über eine Ausnahmeregelung genehmigt. Wenn dies dort gehe, warum wende die Stadt eine solche Sonderregelung nicht auch am Königsberger Platz an, fragte Scholz. Aber dort, in dem Geschäftszentrum, blockiere die gleiche Stadtverwaltung den Bau eines Einkaufszentrums.

Letztlich stimmte der Bezirk dem von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Flüchtlingsdorf an der Felderstraße zu, wenn es noch kleinere bauliche Veränderungen zum Lärmschutz geben werde.

Quelle: RP
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