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Leverkusen
Heiße Wahl: Bauverein wählt Dr. Ulla Wandt

Leverkusen: Heiße Wahl: Bauverein wählt Dr. Ulla Wandt
Dr. Ulla Wandt wurde in den GBO-Aufsichtsrat gewählt. FOTO: Schütz, Ulrich (us)
Leverkusen. Erst war es nur schwül im überbesetzten Saal der Feuerwache Kanalstraße, dann ging es am Dienstag heiß her auf der Mitgliederversammlung des Bauvereins Opladen. Bei der Aufsichtsratswahl kandidierten Dr. Ulla Wandt und überraschend Werner Dembeck gegeneinander. Von Ulrich Schütz

Nach Sitzungspause und Studieren der Satzung beantragte Geschäftsführer Bernd Fass wegen des "speziellen Falls" geheime Wahl. Die Mitglieder lehnten ab. Aufsichtsratschef Wolfgang Fröhlen ließ offen abstimmen: einzeln über jeden Kandidaten mit Ja oder Nein. Das schreibt die Satzung vor.

Augenärztin Wandt erhielt 362 Ja- und 6 Nein-Stimmen. Fröhlen beglückwünschte schon Dr. Wandt, da hatte er über Dembeck noch nicht beschließen lassen. Für Dembeck (schlug sich selber vor), votierten 15 Mitglieder, der Rest war dagegen.

Erfahrene Teilnehmer der Versammlung zweifelten, ob die Wahl korrekt lief. Dembeck gilt als kritischer Mann, der gerne mal nachfasst, wenn er aus seiner Sicht Missstände entdeckt. Fass hatte ausdrücklich vor der Gefahr von Anfechtungen gewarnt. Der Geschäftsführer ist sicher, dass alles korrekt lief. Vor der Wahl hatten die Bauvereinsvorstände einen Lagebericht gegeben. Der GBO bereitet das Projekt für den Wohn- und Geschäftskomplex zwischen Düsseldorfer Straße und Parkhaus Kantstraße derzeit intensiv vor. 55 Wohnungen sollen entstehen, dazu ein Geschäftsbereich mit 1800 Quadratmeter. Der Bauantrag für den viel diskutierten Bau wird Anfang 2014 gestellt, Baustart könnte 2015 sein, berichtete Alexander Dederichs, technischer GBO-Vorstand.

Geschäftsführer Bernd Fass hatte auch viele positive Nachrichten: Das Jahr 2012 schloss der Bauverein mit einem satten Überschuss von rund 730 000 Euro ab, das sind rund 140 000 Euro mehr als 2011. Der Gewinn des Bauvereins wird mit rund 160 000 Euro ausgewiesen (Vorjahr: rund 150 000 Euro). Gut für die Bauvereins-Mitglieder: Sie bekommen auf ihre Genossenschaftsanteile eine Ausschüttung von vier Prozent. Eine Verzinsung, bei der wohl momentan kein Geldinstitut mitkommt. Die Versammlung stimmte dem Vorschlag von Bauvereinsvorstand und Aufsichtsrat zu.

Sorgen bereitet den Wohnungsgesellschaften die Entwicklung auf dem Leverkusener Wohnungsmarkt. "Noch ist die Situation ausgewogen, aufgrund erhöhter Nachfrage erwarten wir in Zukunft aber eine deutliche Verknappung", berichtete Fass auf der Mitgliederversammlung. Speziell die Wohnungen mit geringen oder mittleren Mieten seien sehr gefragt.

Intensiv gewünscht sind beim GBO moderne, barrierefreie Wohnungen in zentraler Lage. Zieht jemand aus, stehen die Nachmieter quasi schon mit dem Möbelwagen vor der Tür. Das war im vergangenen Jahr 128 Mal der Fall. Der Bauverein sieht allerdings zu, dass freie Wohnungen zunächst saniert werden. Dabei setzt er vorrangig auf energiesparende Heizungs- und Warmwassertechnik, was meist niedrige Nebenkosten bedeutet. Für kleinere Modernisierungen in den Wohnungen investierte der GBO vergangenes Jahr rund 700 000 Euro. Das Unternehmen verfügt über 1691 Wohnungen.

Ein 1,5 Millionen Euro großes Sanierungsprojekt läuft seit Mai an der Wuppertalstraße. Zu den Arbeiten gehören neue Bäder, Wärmedämmung, neue Fenster und Heiztechnik sowie die Installation einer Lüftungstechnik. Das Land unterstützt die Maßnahme. Die Mieten steigen laut GBO nur von 4,62 Euro pro Quadratmeter auf 5,72 Euro.

(RP/rl)
 
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