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Leverkusen
Historische Bahnhofsstützen sind zurück

Leverkusen. Seit gestern ist die neue Bahnstadt Opladen um einen Hingucker reicher. Die alte Bahnsteig-Überdachung des Opladener Bahnhofs ist zurück.  Von Gabi Knops-Feiler

Die Lokomotive aus Holz stand wartend parat. Doch auf dem Opladener Bahnhof, auf dem später einmal viele Kinder spielen werden, waren gestern nur Erwachsene zu sehen. Sie waren Zeugen, als Oberbürgermeister Uwe Richrath, Bahnstadt-Chefin Vera Rottes und der Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) Toni Blankerts in der neuen Bahnstadt Opladen den überdachten Bahnsteig des "Eisenbahn-Spielplatzes " an der Emmy-Noether-Straße einweihten.

Das Besondere an dem Wandelgang, der durch 461 Meter Lärchenholz beschattet wird, sind die 20 historischen Stützen. Schon lange vor Abriss des Opladener Bahnhofs stand fest, dass der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) Opladen um Vorsitzenden Toni Blankerts diese gusseisernen und reich verzierten Jugendstil-Dachstützen retten würde. Insgesamt 100 Jahre prägten sie das Gesicht des Bahnhofs Opladen und überdauerten zwei Weltkriege. Abgebaut und demontiert wurden sie im Vorjahr mit Einwilligung der Deutschen Bahn wegen des Baus der Bahnhofsbrücke und des barrierefreien Umbaus der Bahnsteige am Bahnhof Opladen. Keinesfalls, sagte Blankerts, sollten diese Zeugen der Vergangenheit bei einem Schrotthändler landen.

Schön parat gemacht: VVV-Vorsitzender Toni Blankerts schreitet mit Freude die 20 restaurierten Stützen ab, die bis vor ein paar Monaten ein Bahnsteigdach am Bahnhof Opladen gehalten haben. FOTO: Miserius

Ziel sei eigentlich gewesen, ergänzte er, die Pfosten bei der Gestaltung des neuen Bahnhofs zu integrieren. Doch dies habe die Deutsche Bahn abgelehnt. Also suchte man mit Bahnstadtchefin Vera Rottes und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Paul Hebbel nach einer Lösung, um die 140 Jahre alten Stützen - die genauso alt sind wie der VVV - zu retten. Und fand dafür die Stelle auf dem neuen Kinderspielplatz. Weil sich der VVV aber nicht nur verbal, sondern auch finanziell an den Kosten beteiligen wollte, habe man "tief in die Tasche gegriffen", verriet Blankerts.

Für den Erhalt hatte sich ebenfalls die Bezirksvertretung II (Opladen) eingesetzt und mit einem Betrag aus den "kleinen Investitionsmitteln" beteiligt. In einer kurzen Ansprache würdigte Richrath die gemeinsamen Anstrengungen für die Neunutzung. Die Hauptlast der Gesamtkosten in Höhe von rund 113.000 Euro für die Erstellung der Betonfundamente, für Montage und Aufarbeitung übernahm die Bahnstadt. Ausgeführt wurden Reinigung, Restaurierung und Lackierung in der Kunstschmiede Odenthal. Die Stützen wurden übrigens schon zum zweiten Mal in ihrer Geschichte in dieser Art wieder hergestellt. Denn um 1873 ursprünglich für den Bahnhof Vohwinkel gegossen, fanden sie ab 1910 im ehemaligen Bahnhof Opladen eine neue Verwendung. Die Pergola geht künftig in die Unterhaltung des Fachbereichs Stadtgrün über.

Jahrhundert-Projekt: So entwickelt sich die Neue Bahnstadt Opladen
Quelle: RP
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