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Hitdorf: "Neue Busstrecke benachteiligt Ältere"

Leverkusen: Hitdorf: "Neue Busstrecke benachteiligt Ältere"
Peter Klug ärgert sich darüber, dass die Busse Richtung Monheim jetzt nur noch über die Ringstraße fahren und nicht mehr durch Hitdorf-Zentrum. FOTO: Miserius
Leverkusen. Die neue Wegstrecke für die Busse bedeutet für ältere Menschen, dass sie nur noch schlecht zu den Ärzten kommen, kritisiert ein 84-Jähriger. Von Susanne Genath

Die Veränderungen in Hitdorf-Mitte bereiten Peter Klug Sorge. "Die Busse nach Monheim fahren das Zentrum seit kurzem nicht mehr an", kritisiert der ehemalige SPD-Ratsherr. "Die Post hat vorige Woche ihr Geschäft im Zentrum geschlossen und hat jetzt eine Filiale an der Ringstraße. Wird als nächstes die Sparkasse zur Ringstraße umziehen?" Der 84-Jährige hat deshalb einen offenen Brief an die Hitdorfer Kommunalpolitiker geschrieben. Denn: "Von den Veränderungen sind überwiegend die älteren Mitbürger betroffen", sagt er.

So komme man mit dem Bus von Hitdorf-Lohr zwar noch gut zum Ärztehaus im Hitdorfer Zentrum. "Zurück muss man aber fast einen Kilometer zur neuen Haltestelle auf der Ringstraße laufen", berichtet Klug. Eine Schwierigkeit für alle, die nicht mehr gut zu Fuß seien. "Das ist nicht in Ordnung", findet er.

Die Neuerungen seien nicht von heute auf morgen entschieden worden, weist Andreas Eckloff hin, der für die CDU in der zuständigen Bezirksvertretung I sitzt. "Wir haben über Jahre daran gearbeitet, die Verkehrssituation in Hitdorf zu verbessern, die Anwohner an der Hitdorfer Straße zu entlasten und Tempo 30 einzuführen." Man habe sich für bevorzugte Richtungen anstelle von Einbahnstraßenregelungen entschieden. Deshalb sei es nun in der Tat so, dass nur noch die Busse Richtung Wiesdorf auf der Hitdorfer Straße halten, in der Gegenrichtung jedoch auf der Ringstraße.

"Die Straßen liegen grundsätzlich nur 100 oder 200 Meter auseinander", sagt Eckloff. "Sollte es aber so sein, dass die neue Haltestelle vom Ärztehaus weit entfernt liegt, müsste man überlegen, ob sich eine nähere Lösung finden lässt." Auf die Filialgestaltung der Post hätten die Politiker keinen Einfluss. "Die Post setzt seit Jahren auf Partnerfilialen anstelle eigener Filialen", sagt der CDU-Ratsherr. "Wichtig ist, dass die Post mit ihrem Angebot im Stadtteil bleibt - egal, wo."

Auch Wolfgang Berg von den Grünen kann Peter Klugs Kritik wenig nachvollziehen. "Die Anwohner waren es, die angeregt hatten, dass die Busse über die Hitdorfer und die Ringstraße verkehren", berichtet der Stadtteilpolitiker. "Begegnungen von zwei Bussen hatten immer zu Chaos auf der engen Hitdorfer Straße geführt." Darüber hinaus seien durch die neuen Paeschke-Siedlungen viele Bürger in Richtung Ringstraße gezogen. "Für sie liegt die neue Haltestelle jetzt günstig", sagt Berg. "Außerdem wohnen da ja auch alte Menschen."

Um lange Fußwege zu vermeiden, schlägt der Grünenpolitiker vor, vom Ärztehaus mit dem Bus zum Kreisverkehr zu fahren und dort in die Busse in Richtung Monheim zu steigen. "Ich weiß allerdings nicht, wie die Taktung ist."

Nach Auskunft der Stadt sind die neuen Bushaltestellen Weinhäuserstraße und "Hitdorf, Ringstraße" etwa 500 Meter von den Ärzten an der Hitdorfer Straße entfernt. Gleichzeitig verbessere sich aber die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr für die gesamte Ringstraße deutlich, teilt Stadtsprecherin Heike Fritsch mit. "So sind zum Beispiel die Kitas nun wesentlich besser erschlossen."

Die Sparkasse plant übrigens keine Verlegung der Filiale. "Wir sind glücklich und zufrieden an dem Standort in Hitdorf-Zentrum", versichert eine Sprecherin.

Quelle: RP
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