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Hitdorf
Hitdorf: Verkehrslärm für alle

Hitdorf. Fakt 1: Die Verkehrsbelastung im Hitdorfer Ortskern ist groß. Fakt 2: Fast alle Politiker im Stadtrat wollen eine Umgehungsstraße. Fakt 3: Das Geld für den Bau fehlt. Fakt 4: Bislang wurden nicht einmal die Planungen gestartet. Von Ulrich Schütz

Wenn der 40-Tonner-Diesel mit seinen rund 20 Metern Länge und 2,50 Meter Breite den kleinen Hügel der Hitdorfer Straße in Richtung Monheim rumpelt und fast die gesamte Breite des Nadelöhrs einnimmt, dann möchte man als Radfahrer oder Fußgänger Flügel bekommen, um dem Truck schnell zu entfliehen. Wer diese Belastung als Anwohner ohne Fluchtmöglichkeit täglich erlebt, wünscht sich eines: den Bau einer Umgehungsstraße. Und dazu die Umsetzung des Verkehrskonzeptes, damit die Verkehrsbelastung in Hitdorf gleichmäßiger verteilt wird. Seit gut 100 Jahren ist der Bau einer Entlastungsstraße in der Diskussion, es dürften weitere 100 Jahre werden. Denn: Niemand plant bisher eine Umgehungsstraße.

Beratung im Stadtrat

Das niemand an dem Projekt arbeitet und noch überhaupt nicht begonnen wurde, bestätigte der zuständige Landesbetrieb Straßen NRW noch im November. Auf Antrag der Bürgerliste soll das "Konzept zur Verbesserung der Verkehrssituation in Hitdorf" am 22. März (diesen Jahres) im Leverkusener Stadtrat "abschließend" beraten werden. Dabei spielt auch das "Verkehrskonzept Hitdorf" eine Rolle, dass allerdings aus dem Jahr 2000 stammt und damit erst zehn Jahre jung ist. Ein Planungs-Baby, wenn man als Leverkusener die Schnelligkeit von Planungsumsetzungen reflektiert. (Die Ortsumgehung Schlebusch wurde auch politisch über 30 Jahre gedreht und gewendet, bevor die Bagger anrollten).

Der Stadtrat hat schon im Oktober 2009 beschlossen, dass die Umgehungsstraße zwischen Yitzak-Rabin-Straße (nahe A 59-Auffahrt Rheindorf) und dem neuen Kreisverkehr an der Langenfelder Straße (Bereich Zufahrt Parkplätze Badesee Hitdorf) geplant werden soll. Diese so genannte Bernsteintrasse soll allerdings vom Landesbetrieb Straße NRW gebaut werden. Mit den Landes-Fachleute wurde Mitte Januar ein Abstimmungsgespräch geführt, bei dem neue Probleme auftauchten:

1. Der Leverkusener Stadtrat muss die Notwendigkeit der Umgehungsstraße schriftlich begründen. Dass dies längst geschehen ist, davon gingen bislang viele Hitdorfer und Politiker aus. Denn: Die Umgehungsstraße steht im "Landesstraßenbedarfsplan" und dann auch noch in der Dringlichkeitsstufe 1.

2. Wird die Umgehungsstraße als klassisch "normale" Landstraße (freie Strecke) gebaut, darf sie keine direkten Grundstückszufahrten und nur wenige Straßenanschlüsse bekommen. Dies widerspricht dem Willen der Bürger und der Politik. Sie wollen gerade, dass möglichst viel Verkehr auf die neue Straße geleitet würde.

Land- oder Erschließungsstraße

Viele Straßenanschlüsse etc. bedeutet: Die Umgehungsstraße wäre eine "innerstädtische Erschließungsstraße" und müsste von der Stadt auch finanziert werden. Ein unmögliches Unterfangen. Ohne viele Anschlüsse hätte die Straße den Status einer Landstraße und fiele in die Verantwortung des Landes. Die Stadträte sollen deshalb eindeutig festlegen, wohin die Planungsabsichten gehen sollen. Vorher bewegt sich nichts. Vor allem wird das Projekt wegen fehlender Planungen nicht in die "Ausbaupläne" des Landes hochgestuft.

Quelle: RP
 
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