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Leverkusen
Hitdorfer Jecken feiern eine "Hammer-Sitzung"

Leverkusen. Die offizielle Proklamation hat Richy I. zwar schon hinter sich. Dennoch flattern dem neuen Prinz von Hitdorf vorher die Nerven. "Ich bin gerade richtig aufgeregt", gesteht er. "Aber auch überglücklich, dass ich das hier machen darf." Von Julia Bertenburg

Bei der Kostümsitzung in der Hitdorfer Stadthalle stellte sich das neue Dreigestirn am Samstag erstmals der breiten närrischen Öffentlichkeit vor. Bevor es soweit war, mussten sich die Karnevalisten ein wenig in Geduld üben. Denn Richy I. (Richard Klein), Bauer Ralfi (Ralf Kanzler) und Jungfrau Manfrieda (Manfred Bludau) samt Familien verfolgten von ihrem Tisch in der Menge zunächst selbst die Sitzung. Um 19.45 ging es für das Trio zum Umziehen hinter die Bühne. Die Hitdorfer Jecken, die ohnehin für ihre Feierlaune bekannt sind, wussten sich die Zeit bis zum großen Auftritt heiter zu vertreiben. Schon vor Beginn der Sitzung hatten sich die rund 370 Narren warmgeschunkelt und mit Mettbrötchen und Bierchen für den Abend gestärkt.

Unter ihnen zwölf Mitglieder der Gruppe "Hetdörper Königsallee", die seit über 20 Jahren beim Hitdorfer Zug mitläuft und die Kostümsitzung besucht. Dieses Mal als laufende Herzen gewandet, eine Verkleidung, mit der sie vor zwei Jahren bereits am Hetdörper Schull- und Veedelszoch teilgenommen hatte. "Das heimische Gefühl bei dieser Sitzung ist einfach toll, man kennt hier fast jeden", sagte Susanne Arenz. "Manchmal sind auch Leute von außerhalb da, die werden sofort integriert und fühlen sich sehr wohl." Die Kostümsitzung sei immer eine prima Einstimmung in die Session.

Dafür sorgten diesmal wieder eigene Kräfte wie Fährgarde, Ströppcher und Tanzgarde mit Husaren der Hetdörper Mädche un Junge vun 93 sowie Kölner Gruppen. Unter ihnen "Der Sitzungspräsident" alias Volker Weininger, die "Goldenen Lyskircher Hellige Knäächte und Mägde", Jupp Menth als "Ne kölsche Schutzmann", Wicky Junggeburth, "Oli der Köbes", Oli Materlik und die Band "Kuhl un de Gäng". Die Stimmung im ausverkauften Saal war erstklassig, die buntkostümierten Jecken klatschten, schunkelten, standen auf den Stühlen und sangen voller Inbrunst mit.

Auch wegen dieser einmaligen Atmosphäre wollte Richard Klein Prinz werden. "Das ist einfach der Hammer", betonte die Tollität. "Das Schöne am Karneval im Kölner Raum ist generell, dass ab der ersten Minute Stimmung herrscht - in Düsseldorf ist das erst nach dem 20. Altbier der Fall."

Quelle: RP
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