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Leverkusen
Hochdruck-Gasleitung: Ingenieur Kraneis warnt vor Terror

Leverkusen. Der exponierte Verlauf der neuen Hochdruck-Gasleitung NETG 30 Meter von der Waldschule entfernt, macht die Pipeline zu einem potenziellen Ziel für Terroristen. Das befürchtet der Leverkusener Diplom-Ingenieur Rolf Kraneis, der gleichzeitig hofft, mit diesem Argument auch die Kölner Bezirksregierung von einer Trassenverlegung zu überzeugen. In einem Schreiben an Oberbürgermeister Uwe Richrath und die Stadtratspolitiker erinnert Kraneis daran, dass der Planfeststellungsbeschluss zum Trassenverlauf bereits aus dem Jahr 2013 stammt. Seitdem sei Terror-Bedrohung wesentlich konkreter und lokaler geworden. Von Peter Clement

"Angesichts der zunehmenden Gefahren terroristischer Anschläge, die vorwiegend größtmögliche Personenschäden zum Ziel haben, ist es unverantwortlich, ein Gefährdungspotenzial in unmittelbarer Nähe einer Grundschule zu schaffen", warnt der Ingenieur: "Es wäre ein Leichtes, eine solche in etwa 1,5 Metern Tiefe verlaufende Leitung zur Explosion zu bringen."

Dieses Szenario sei zu beachten und gegebenenfalls für eine Klage zu nutzen, rät Kraneis den Politikern: "Sollte die Aufsichtsbehörde nicht bereit sein, ein Planänderungsverlangen zu ermöglichen, wäre zu überlegen, Anzeige wegen fahrlässiger oder sogar bewusster Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, zu erstatten." Die Ablehnung einer Trassenänderung, ohne das Schutzgut Mensch abgewogen zu haben, sei schon fahrlässiges Verhalten, findet Kraneis: "Die Entwicklung von Gefahrpotenzialen zu negieren, ist fast kriminell."

Eine Leverkusenerin hat unterdessen in einem Schreiben an die Politik vor Auswirkungen der NETG-Trasse auch auf andere Stadtteile gewarnt: Sie führe nämlich auch durch den Eingang der Straße Meckhofer Feld und über einen Kinderspielplatz in die Wasserkuhl: "Zur Zeit der Planung gab es in diesem Bereich noch keine Bebauung. Inzwischen gibt es in unmittelbarer Nähe zum Trassenverlauf (weniger als 30 Meter Abstand) ein Mehrfamilienhaus und mehrere Doppelhäuser, die bei einem Unglück unmittelbar betroffen wären."

Die Leverkusenerin fordert: "Ich erwarte von unserem Stadtrat, dass er die Planungsfehler wieder gut macht und alles unternimmt, Schaden von uns Bürgern abzuwenden." Der Rat tagt am 26. September.

Quelle: RP
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