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Leverkusen
Hochhaus-Brand: Obdachlose festgenommen

Leverkusen. Gleich auf mehreren Etagen brannte es gestern in einem der beiden "Bullenklöster" schräg gegenüber vom Möbelhaus Smidt. Verletzt wurde niemand. Die Polizei nahm drei Männer fest, die vorher aus dem Haus gekommen sein sollen. Von Susanne Genath

Hoher Sachschaden entstand gestern bei einem Brand in einem leerstehenden Männerwohnheim der Firma Bayer an der Birkengartenstraße/Ludwig-Erhard-Platz in Wiesdorf. Schwarzer Rauch quoll gegen 14 Uhr gleich aus mehreren Fenstern eines der im Volksmund "Bullenklöster" genannten Gebäude. Gegen 15.15 Uhr hatte die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand.

Die Polizei nahm drei ausländische Obdachlose zwischen 30 und 35 Jahren fest. Eine Zeugin hatte sie kurz vor 14 Uhr aus dem Haus kommen sehen und den Beamten beschrieben. Die Deutsch sprechenden Männer, von denen einer aus Tschechien kommen soll, wurden nicht weit entfernt in der Wiesdorfer Fußgängerzone angetroffen. "Ob sie etwas mit dem Feuer zu tun haben, muss erst noch geprüft werden", sagt Polizeisprecher Christoph Gilles. Auch, ob das Feuer gelegt wurde oder es sich um fahrlässige Brandstiftung - beispielsweise durch eine weggeworfene Zigarette - handelt.

Das Feuer selbst breitete sich zunächst aus. "Als wir eintrafen, brannte es erst im vierten Stock", berichtet Feuerwehr-Einsatzleiter Wolfgang Montag. "Dann bemerkten wir, dass es auch im ersten Stock, im Erdgeschoss und im Keller brannte." Es wurden weitere Kräfte angefordert. Insgesamt waren rund 60 Mitglieder von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr mit 20 Fahrzeugen im Einsatz. Auch die Bayer-Werksfeuerwehr war vor Ort. Die Peschstraße wurde ab dem Kreisverkehr vor Möbel Smidt vorübergehend gesperrt.

Wie hoch der Schaden ist, muss jetzt ermittelt werden. Die Einsatzkräfte mussten mehrere Fenster einschlagen, um in die Räume zu gelangen. Außerdem mussten sie an einen Schacht gelangen, über den sich das Feuer ausgebreitet haben könnte. Laut Polizei ist die Statik nicht gefährdet. Es habe auch nicht die Gefahr bestanden, dass die Flammen auf das Nachbargebäude - ein Bürohaus - übergreifen. Für das direkt nebenan gelegene Gelände der Ganser-Brauerei bestand ebenfalls keine Gefahr.

Die zwei Gebäudekomplexe, die über mehrere Flügel verfügen, stammen aus den 1950er Jahren und stehen seit sechs Jahren leer. Mehrfach wurden Forderungen laut, sie als Flüchtlingsunterkünfte umzunutzen. Doch das geht nach Angaben von Bayer nicht. Grund ist die sogenannte Seveso-II-Richtlinie, die einen angemessenen Abstand zwischen Betrieben, die mit gefährlichen Stoffen arbeiten, und Wohngebieten vorschreibt. "Daran hat sich nach wie vor nichts geändert", sagt Bayer-Sprecher Hans-Bernd Schmitz. Das Unternehmen werde Strafanzeige gegen Unbekannt erstatten und das Gebäude wieder gegen unbefugtes Betreten sichern. In der Vergangenheit wurden dort mehrfach Scheiben eingeschlagen. Auch der ein oder andere Obdachlose soll in den "Bullenklöstern" bereits genächtigt haben.

Quelle: RP
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