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Klaus-Ludwig Fess (bdk)
Höhere Kosten, mehr Werbung

Leverkusen. Bexbach Werbung im Karneval? Klaus-Ludwig Fess, Präsident des Bundes Deutscher Karneval (BDK) mit Sitz in Bexbach (Saarland), äußerte sich zu den Fragen von Uli Schütz.

Wie steht der BDK zu den Werbekolonnen?

Fess Es gilt zu unterscheiden zwischen der persönlichen Meinung des Klaus-Ludwig Fess und der Meinung des BDK, welche der Präsident nach einem entsprechenden Meinungsbildungsprozess im entsprechenden Gremium verlautbart. Ich persönlich bin bei solchen Werbeaktionen in der Abschlussbeurteilung sehr vorsichtig mit Aussagen: Allerdings ist festzustellen, dass es in kaum einem ehrenamtlich geführten Bereich ohne Sponsoren geht - weder in der Kultur noch im Sport. Wer regt sich über die Bandenwerbung eines noch so kleinen Fußballvereins auf? Was Sponsorengelder und die damit verbundenen Werbeaktionen betrifft, so stehen wir mittlerweile vor der Frage: Hinnahme entsprechender Aktionen oder Wegfall des ehrenamtlichen Engagements. Wenn Werbung von vornherein den Regeln des BDK widersprächen, gäbe es schon lang keine öffentliche Wahrnehmung von karnevalistischen Aktivitäten mehr.

Gibt es Empfehlungen des BDK zum Umgang mit Werbung im närrischen Brauchtum?

Fess Natürlich sind Art und Weise und auch der Grad der Werbeaktivität eine Frage des Geschmacks, ebenso wie der Einsatz von professionellen Büttenrednern. Offensichtlich ist es im Brauchtumskomplex Fasching, Fastnacht, Karneval nicht davon abhängig, bis zu welchem Grade die Professionalisierung und Kommerzialisierung des Karnevals vorangeschritten ist. Dies ist eine Entwicklung, für die sich bis dato noch niemand interessiert zu haben scheint.

Ist das vermehrte Aufnehmen von solchen Werbeaktionen wichtig zum Erhalt der karnevalistischen Großveranstaltungen?

Fess Die Bedeutung von Werbeaktionen im Zusammenhang mit Sponsorengeldern wächst in dem Maße, in dem vermehrt Kosten für Organisation und Sicherheitsmaßnahmen, die ja ureigentlich mit Karneval an sich nichts zu tun haben, den Karnevalisten aufgebürdet werden.

Besteht die Gefahr, dass Werbepartner die "närrische Kritik" (das "Rügerecht") unterdrücken werden?

Fess Es ist mir nicht bekannt, dass ein Werbepartner Einfluss auf Inhalte nehmen und närrische Kritik unterdrücken wollte. Auffällig ist freilich, dass es weniger die professionellen Redner sind, die in literarischer Form politische und gesellschaftliche Kritik üben - sie sind eher als Comedians unterwegs. Aber auch da, wo im echten Sinne die Narrenfreiheit zur Gesellschaftskritik rhetorisch genutzt wird, ist von Einflussnahme durch Werbepartner nichts bekannt.

Quelle: RP
 
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