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Leverkusen
Holz-Kunsterlebnis in der Christuskirche

Leverkusen. Sonntag um zehn Uhr eröffnet Künstlerin Stephanie Hermes ihre Ausstellung "Natürlich figürlich" in Wiesdorf. Von Isabell Konegen

Große Holzskulpturen, Ledermasken und bearbeitete Steine begrüßen Gäste bei Betreten der evangelischen Christuskirche in Leverkusen. Nichts Ungewöhnliches mehr, denn schon seit 2003 finden jährlich mindestens drei Kunstausstellungen in dem Gotteshaus statt. "Unsere Kirche ist schon als Kunststation bekannt", sagt Pfarrer Detlev Prößdorf stolz. In diesem Jahr ist Stephanie Hermes endlich dabei - Zwei Jahre musste sie sich gedulden. "Heutzutage ist eine Wartezeit bei Ausstellungen ganz normal", sagt die Künstlerin gelassen.

Neben aktuellen Werken, findet man auch Stücke aus ihrer Vergangenheit, wie etwa die mit Hand gefertigten Ledermasken. In Italien erlernte die ausgebildete Maskenbildnerin die Kunst der Ledermasken. Zwischen 1989 und 1995 fertigte sie die Masken an, bekannt aus der "Commedia dell'arte", der italienischen Variante des Maskentheaters aus dem 16. Jahrhundert. "Das Thema war irgendwann ausgereizt", erzählt Hermes. Heutzutage sieht man die Masken kaum mehr in Theatern, dafür andere Formen der Maskenbildnerei.

Was sofort ins Auge fällt: die Holzskulpturen neben dem Altar. Das Holz hat die Künstlerin mit einer Kettensäge bearbeitet und beschreibt es als den "totalen Befreiungsschlag."

Die Arbeit an den Skulpturen ist nicht nur Feinarbeit, sondern auch ein hartes Workout: "Ich kann maximal drei Stunden am Stück daran arbeiten. Dann brauche ich erstmal eine Pause", erzählt Stephanie Hermes lachend. Zwischen den Skulpturen befinden sich auch gerahmte Drucke beziehungsweise Skizzen ihrer Holzarbeiten.

Kleiner als die Holzskulpturen, dennoch genauso eindrucksvoll sind die Naturabgüsse aus Bronze. "Über die Jahre wollte ich freier arbeiten", gibt die Künstlerin an, "ich habe Fundstücke aufgegriffen, die mich an Figuren erinnern." So hat Hermes nicht viel daran geändert, manchmal nur ein wenig poliert oder mit Säure bearbeitet. Auch an den Speck- und Sandsteinen kam es ihr nicht zu sehr auf die Feinarbeit an. "Das Material soll noch Arbeitsspuren enthalten und somit leben", begründet sie. Hermes orientiert sich nicht zu sehr an bestimmten Vorstellungen, sondern arbeitet aus "inneren Impulsen" heraus. Prößdorf selber sieht in der Kunst ebenfalls mehr als nur das reine Ausstellungsstück: "Kunst ist interpretationsoffen - wie die Religion."

Ganz stolz ist Stephanie Hermes auf ihr persönliches Highlight: ein Kopf aus Leder nach dem Gemälde "Roter Kopf" von Otto Dix. "Mir ist es wichtig, dass Kunst den Betrachter anspricht und berührt."

Gottesdienst mit Ausstellungseröffnung am Sonntag 4. September, 10 Uhr, in der Christuskirche, Dönhoffstraße 2. Zu sehen ist die Schau bis zum 20. November zu den Öffnungszeiten der Stadtkirche (mi- fr 15-18, sa 11-15 Uhr) besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Quelle: RP
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