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Witzhelden
Hund nach Köder-Attacke notoperiert

Witzhelden: Hund nach Köder-Attacke notoperiert
Dieses große Gummistück hätte die Dobermann-Hündin Yuka beinahe getötet. Es hatte in ihrem Darm einen Komplettverschluss verursacht. FOTO: Mayer
Leverkusen. Beinahe wäre es für Yuka zu spät gewesen. Doch eine Notoperation am Donnerstag rettete der vierjährigen Hündin das Leben. "Im Darm hatte ein Gummiköder einen Komplettverschluss verursacht", berichtet Besitzer Harald Mayer: "Wie durch ein Wunder haben die spitzen Zacken den Darm nicht durchbohrt." Von Susanne Genath

Am Samstag hatten der Witzheldener und seine Frau bemerkt, dass es der Dobermann-Dame plötzlich schlecht ging. Bei tierärztlichen Untersuchungen wurde jedoch keine Ursache gefunden. "Also fuhr meine Frau mit dem Hund in eine Spezialklinik nach Duisburg, wo der Hund sofort operiert wurde", sagt Mayer.

Nach dem Fund im Tierdarm alarmiert, suchten die beiden Witzheldener ihr Grundstück am Scharweg ab - und fanden weitere unverdauliche Köder aus Gummi. "Sie waren an einer schwer einsehbaren Stelle über den Zaun geworfen worden und sind so beschaffen, dass ein Hund gerne darauf herumkaut", berichtet der Agraringenieur. "Da hat sich jemand richtig Gedanken gemacht." Alle Gummiteile wiesen glatte Schnittflächen auf: "Das heißt, sie wurden speziell für diesen Zweck präpariert."

Wer dem Hund den Tod wünscht, weiß Mayer nicht. "Yuka ist sehr lebhaft und bellt, wenn Fußgänger oder andere Hunde vorbeigehen", sagt der Besitzer. Das passiere wegen des nahe gelegenen Sportplatzes häufig. "Es gab auch schon Beschwerden. Aber wir kommen gut mit unseren Nachbarn aus. Viele von ihnen haben Hunde." Daher glaube er nicht, dass einer von ihnen die Köder auf das Grundstück geworfen habe. "Wir haben Anzeige gegen Unbekannt erstattet."

Laut Polizei handelt es sich um einen Verstoß gegen den Paragraphen 17 des Tierschutzgesetzes. "Demnach kann jemand, der einem Wirbeltier länger anhaltende Schmerzen oder Leiden zufügt, mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe belangt werden", berichtet Polizeisprecher Richard Barz. Aus Witzhelden seien keine weiteren Fälle von tödlichen Hundeködern bekannt. "Es sind zum Glück immer sehr seltene Einzelfälle, und ich hoffe, dass es nicht noch einmal vorkommt", sagt Barz.

Da ist sich Harald Mayer nicht so sicher. "Vor einem Jahr ist unser anderer Hund innerhalb von einer Woche auf unerklärliche Weise gestorben", erzählt der Witzheldener. "Damals hatten wir gedacht, es wäre vielleicht Krebs." Nun sehe man den Tod in einem anderen Licht. Möglicherweise sei das Tier ebenfalls Opfer eines Hundehassers geworden.

"Hinzu kommt, dass von unserem Tor zwei Schilder, die vor dem Hund warnen, abgerissen und in die Büsche geworfen wurden", sagt Mayer. Hier habe man Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet: "Wir werden jetzt noch mehr aufpassen und die anderen Hundebesitzer in der Umgebung warnen."

Quelle: RP
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