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Gleichstellungsbeauftragte Susanne Winkelhoch
Ich bin für alle Leichlinger ansprechbar - auch für Männer

Leverkusen. leichlingen Susanne Winkelhoch hat in der Leichlinger Stadtverwaltung im vergangenen Jahr die Aufgaben der Gleichstellungsbeauftragten übernommen. Was sie seitdem erlebt hat und was sie zukünftig noch anpacken möchte, dazu äußerte sich die 53-Jährige jetzt in einem Interview. Von Peter Clement

Frau Winkelhoch, Sie sind seit 2010 bei der Stadt Leichlingen beschäftigt, waren dort unter anderem im Personalrat tätig. Hat Ihnen das in ihrer neuen Funktion eher genutzt oder geschadet?

Winkelhoch Eindeutig genutzt. Die Tatsache, dass ich viele Mitarbeiterinnen schon länger kenne, sorgt dafür, dass die Hemmschwelle, sich an mich zu wenden, wenn es Probleme gibt, bei vielen nicht mehr ganz so hoch ist.

Als die ersten Gleichstellungsbeauftragten eingestellt worden sind, war das Zahlen-Verhältnis von Männern und Frauen sehr ungerecht. Wie ist das heute bei der Stadt?

Winkelhoch Es gibt insgesamt 248 Mitarbeiter in der Verwaltung (einschließlich Abwasserbetrieb). Von denen sind 213 angestellt. Und diese Zahl teilt sich in 139 Frauen sowie 74 Männer auf. Bei den Beamten sind es zehn Männer und 25 Frauen.

Klingt erst mal gut oder?

Winkelhoch Ja. Es hat sich sicher viel getan in den vergangenen Jahren. Diese Zahlen relativieren sich aber natürlich dadurch, dass eine ganze Reihe Frauen auch in Teilzeit arbeiten. Bei den Führungspositionen sieht es so aus: Wir haben eine von zwei Fachbereichsleitungen weiblich besetzt. Von den 12 Amtsleitern der Kernverwaltung sind sogar sieben weiblich. Hinzu kommen ein Leiter Musikschule, ein Leiter Abwasserbetrieb und einer für die Büscherei.

Ist Ihnen denn auch bekannt, wie es außerhalb der Stadtverwaltung aussieht?

Winkelhoch In Teilen ja, denn was viele nicht wissen: ich bin nicht nur für die Verwaltung, sondern das gesamte Stadtgebiet zuständig. Jeder kann mich ansprechen, auch Leute, die nicht im Rathaus arbeiten. Daher weiß ich: Der Wunsch nach gleicher Bezahlung für gleiche Arbeit ist heute vielfach immer noch eine Utopie.

Für was sind Sie denn alles zuständig?

Winkelhoch Ich habe mich mit beruflicher Wiedereingliederung genauso beschäftigt wie mit häuslicher Gewalt. Ich höre mir prinzipiell erst einmal alles an - und an den Stellen, wo ich persönlich nicht weiterhelfen kann, vermittele ich kompetente Ansprechpartner. Außerdem organisiere ich in regelmäßigen Abständen Kolleginnentage im Rathaus. Da gibt es kompetente Vorträge, zuletzt beispielsweise mit einer Rentenexpertin.

Haben sich eigentlich auch schon Männer bei Ihnen gemeldet?

Winkelhoch Ja (lacht), der Bürgermeister. Der hat mich gebeten, doch mal einen Tag zur Krebsvorsorge zu organisieren, da Männer in diesem Bereich oft schludrig sind. Ansonsten war bisher noch keiner bei mir. Aber alle Männer sollten wissen: Auch sie können sich jederzeit an mich wenden.

Quelle: RP
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