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Adventsreihe Ankunft
"Ich reite noch auf der Sympathiewelle"

Leverkusen. Termine hat der neue Stadtchef zuhauf. Herausforderungen auch. Und den Busfahrplan Uwe Richrath ebenfalls im Kopf. Von Ludmilla Hauser

Leverkusen Kurz vor Weihnachten ist Uwe Richrath zwei Monate Oberbürgermeister von Leverkusen. Und? Ist's so, wie vorher vorgestellt? "Ich habe wenig Zeit, darüber nachzudenken", sagt der Sozialdemokrat. "Ich bin ja direkt auf die Schiene gesetzt worden, die Termine sind eng getaktet."

Gerade in der Anfangszeit ist der neue Stadtchef mit Einarbeiten beschäftigt, mit Kennenlernen und Gesichterzuordnen, mit Antrittsbesuchen, mit Händeschütteln. Aber weil er kein Frühstücksdirektor ist, sondern Chef einer rund 2700 Mitarbeiter zählenden Verwaltung, ist's mit Händeschütteln und nett Nicken nicht getan. Richrath hat das Amt von Reinhard Buchhorn (CDU) in einer Zeit übernommen, in der Leverkusen mit Herausforderungen in vielen Bereichen zu kämpfen hat: Steuereinnahmefragen (Stichwort Gewerbesteuer) und das Erreichen der schwarzen Null im Etat, marode Autobahnbrücke und dazu der Kampf mit dem Bund, ob der Tunnel oder die Stelze für den A1-Abschnitt in Küppersteg kommt. Obendrauf die nicht enden wollende Flüchtlingsthematik. "Ich stelle fest, dass man in diesem Job das Zeitgefühl verliert. Manchmal muss ich wirklich überlegen, welchen Wochentag wir gerade haben", gesteht der 54-Jährige mit Verweis auf eben jene enge Taktung vieler Termine und vieler verschiedener Themen. "Mittlerweile bin ich sogar dazu übergegangen, mir meine Klamotten für den nächsten Tag schon am Vorabend rauszulegen."

Eines lässt sich Richrath bisher nicht nehmen: Der Mann fährt mit dem Bus zur Arbeit. "Ich habe in Rheindorf drei Linien zur Auswahl, die Busse waren bisher immer ziemlich pünktlich, ich bin nur rund fünf Minuten unterwegs. Was soll ich da noch extra ein Auto bemühen", sagt der gebürtige Rheindorfer. Klar, die Busfahrer oder die Mitfahrenden erkennen ihn. "Man merkt insgesamt, dass man mehr in der Öffentlichkeit steht, vorher war ich anonymer, aber man lässt mich meist in Ruhe."

Und wenn nicht, hat Richrath, so erzählt er, positive Resonanz. "Es gibt viele, die mich ansprechen, um mir noch zur Wahl zu gratulieren oder mir viel Glück zu wünschen. Ich reite da derzeit noch auf der Sympathiewelle." Ob das zu Hause auch noch so ist? "Wochentags ist es etwas schwierig, da sehen meine Frau Anne und ich uns nicht so intensiv, aber ja, ich weiß noch, wie sie aussieht." Und er weiß mittlerweile zu "60 bis 70 Prozent", wie seine Arbeit funktioniert und das System, was dahintersteht. "Ich würde sagen, ja, ich bin angekommen in meinem Amt."

Trotzdem freut er sich auf ein Verschnaufpäuschen mit der Familie an den Weihnachtstagen und bis zum Jahresübergang. "Geschenke?", Uwe Richrath lacht spontan auf, "die kaufe ich traditionell erst am 23. und 24. Dezember."

Quelle: RP
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