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Rheinbrücke bei Leverkusen
In 15 Minuten rauschen drei Lastwagen in neue Sperre

Minister Groschek nimmt Lkw-Sperre an A1 in Betrieb
Minister Groschek nimmt Lkw-Sperre an A1 in Betrieb FOTO: Miserius, Uwe
Es dauerte keine Viertelstunde: Unmittelbar nach der Eröffnung der Lkw-Schranke an der A1-Rheinbrücke sind am Donnerstagmorgen bereits drei Laster in die Sperre gefahren. Verkehrsminister Groschek hatte die Lkw-Sperre am Zubringer kurz zuvor eröffnet.  Von S. Fuhrmann und C. Reichwein (Video)

Schranken runter für Schwertransporter: Die neue Sperranlage soll Lastwagen über 3,5 Tonnen daran hindern, die marode Leverkusener Rheinbrücke zu befahren. Um zehn Uhr am Donnerstag eröffnete NRW-Verkehrsminister Michael Groschek eine der Anlagen an der A59, dem Zubringer zur A1. "Die Anlage ist unverzichtbar, das ist sowohl meine Überzeugung, als auch die von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt", sagte Groschek bei der Eröffnung. Insgesamt entstehen an der A1-Brücke vier Sperranlagen, zwei auf Leverkusener, zwei auf Kölner Seite. 

Trotz Verbotes waren zuvor täglich rund 150 Lastwagen über die marode Brücke gefahren. "Das war keine Unwissenheit, das war eine spezifische Form von zivilem Ungehorsam", sagt Groschek. Natürlich sei die Sperre eine Unannehmlichkeit. Das sei aber besser als die mögliche Alternative: eine Vollsperrung. Groschek forderte hohe Strafen für Fahrer, die in die Lkw-Sperre geraten. 

Lkw-Sperre ist videoüberwacht

Eine Fahrt durch die Lkw-Sperre vor der A1-Rheinbrücke

Am Morgen der Eröffnung fuhren bereits in den ersten 15 Minuten drei Lastwagen in die Sperren - und in der Stunde danach schafften das noch weitere Fahrer. Steckt ein Laster fest, bildet sich schnell ein Rückstau. 

"Ich appelliere an Verkehrsteilnehmer, sich so zu verhalten, dass Verkehr fließen kann", sagte Kölns Regierungspräsidentin Gisela Walsken. Sie selbst nutzt die Strecke täglich zweimal, denn sie lebt im Ruhrgebiet. "Wir müssen abwarten, wie lange es dauert, bis alle begriffen haben, dass man hier wirklich nicht mehr durchkommt", sagt Walsken.

Ein Lkw, der am Morgen durch die Anlage fuhr, sorgte zusätzlich für Probleme: Er hatte so stark verschlissene Bremsen, dass er nicht weiterfahren durfte. Alle Lastwagen, die nach ihm in die Sperre fuhren, mussten sich hinter dem Fahrzeug einreihen und konnten nicht weiterfahren. Normalzustand wird das nicht: Im normalen Betrieb ist die Polizei nicht an der Sperre anwesend. Die Anlage wird videoüberwacht und von einem Verwaltungsmitarbeiter betreut, der in einem blauen Container an der Fahrbahn sitzt.  

Eigentlich ist die Brücke schon seit zwei Jahren für Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen gesperrt. Trucker nutzen die Strecke dennoch täglich - trotz Aussicht auf Bußgeld. Laut Ministerium belasten die tonnenschweren Lastwagen die ohnehin schon stark beschädigte Brücke zu sehr. Der erste Teil der neuen Brücke soll 2020 fertig sein. Täglich nutzen rund 120.000 Fahrzeuge die Strecke über den Rhein.

Die neue Anlage soll die Schwertransporter nun mittels Schranken und Ampeln vor der Brücke stoppen und die Fahrzeuge ableiten. Nach der ersten Lkw-Sperre an der A59 sollen drei weitere Sperren bis Ende nächster Woche fertig sein.

(sfu/top/lnw)
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