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Leverkusen
In der City bröckeln die Fassaden . . .

Leverkusen: In der City bröckeln die Fassaden . . .
Die Fugenversiegelung ist gerissen, Moos und ein kleiner Strauch haben Platz gefunden. Wasser läuft ungehindert hinter die Fassadenplatten. FOTO: Ulrich Schütz
Leverkusen. Wie sich wegen unterlassener rechtzeitiger Gebäudeinstandhaltung ein größerer Schaden entwickeln kann, lässt sich zurzeit beobachten. Von Ulrich Schütz

Erst tat sich wahrscheinlich nur ein kleiner Riss auf, dann lockerten sich erste Steinflächen, inzwischen sind ganze Fassadenplatten gelöst: Wie sich wegen unterlassener rechtzeitiger Gebäudeinstandhaltung ein größerer Schaden entwickeln kann, das lässt sich in der City beobachten. Dort gammelt am Tiefgaragenabgang am City-Center nahe City-Point/Rialto-Boulevard die Außenverkleidung schon lange vor sich hin. Drei der schweren Fassadenplatten waren zuletzt komplett von der rundlichen Fassade abgenommen und standen leicht angelehnt am Baukörper. Ob Gefahr für Passanten, speziell für Kinder bestand, wollte unsere Redaktion von der Stadt wissen. Einen Tag später wurden die losen Platten abgeholt. "Weil die Platten eingelagert wurden, ist keine Absperrung nötig", berichtet eine Stadtsprecherin.

Die in weiten Teilen gläserne Treppenabgang-Überdachung hat die Form einer Skisprungschanze. Immer wieder, speziell im Sommer, finden Kinder Spaß daran, die Schräge hinauf zu krabbeln und runterzurutschen. Dies gelingt vor allem auf dem unteren, mit den glatten Steinplatten versehenen Teil sehr gut.

Verantwortlich für dieses Gebäude ist die Leverkusener Parkhausgesellschaft (LPG), eine städtische Tochtergesellschaft. Sie hat die Tiefgarage an die Firma Apcoa verpachtet. Geschäftsführer der LPG ist in der Regel der jeweilige Finanzdezernent, seit kurzem ist dies Markus Märtens. Eine Fachfirma wurde nach Auskunft der Stadtsprecherin mit der Beseitigung der Schäden beauftragt.

Drei schwere Fassadenplatten lehnen an der Fassade. Die "Skisprungschanze" dient gelegentlich Kindern als Rutschbahn. FOTO: Ulrich Schütz

Dass erste Probleme mit offenen Fugen auftraten, war seit Monaten, wenn nicht länger, zu sehen. Moos, Unkraut und ein kleiner Strauch wachsen aus der Fassade hervor. Das Regenwasser hatte leichtes Spiel, hinter die Fassadenverkleidung zu fließen. Die Dauernässe zerstörte offenbar die "Verklebung" der Platten.

Probleme mit offenem Fassadenschutz hat die Stadt auch am "Forum". An etlichen Stellen ist der Schiefer gerissen oder fehlt ganz. Dies ist speziell an den markanten Lüftungstürmen vor dem Haupteingang zu sehen. Hier ist in einem Bereich eine hölzerne Befestigung seit Monaten dem Regen ausgesetzt. Nach Stadtangaben besteht die Unterkonstruktion für die Schieferverkleidung jedoch weitgehend "aus witterungsbeständigen Faserzementplatten". Im Bereich der Türme seien "gelegentlich Vandalismusschäden zu verzeichnen, die aber für die Substanz des Gebäudes kein Problem darstellen". Ein Dachdecker beseitigte die Schäden.

Zuständig für die Bauunterhaltung des "Forums" sind die städtische Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL) und die Kulturabteilung (verantwortlicher Dezernent: Marc Adomat). Die Angriffsfläche des Gebäudes ist groß: Das "Forum" hat laut Stadt einen Umfang von über 400 Metern. Die Fassade umfasse mehrere tausend Quadratmeter. "Bei nicht substanzgefährdenden Schäden erfolgt aus wirtschaftlichen Gründen grundsätzlich keine Einzelbeauftragung zur Beseitigung", erklärt die Stadtsprecherin. Dass immer wieder repariert wurde, ist augenfällig: Viele Schieferplatten sind mit sichtbaren Schrauben und damit eher untypisch befestigt. Dies sorgte teils für weitere Risse.

Quelle: RP
 
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