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Angelika Mainzer
"In dieser Laube entdecken Kinder die Welt"

Angelika Mainzer: "In dieser Laube entdecken Kinder die Welt"
Am kommenden Dienstag ist Eröffnung. Kita-Leiterin Cornelia Hahn testete die Öko-Laube gestern schon einmal mit Lennya, Alina und Gabriel. FOTO: uwe Miserius
Leverkusen. Ein Interview mit der Freundeskreis-Vorsitzenden Angelika Mainzer über ein 40.000-Euro-Projekt, das Eltern für die Neugier ihrer Kinder finanzierten. Von Peter Clement

Die Eltern haben gebacken, genäht, gebastelt, Gestecke gesteckt und vieles mehr, um Spenden zu akquirieren. Jetzt freuen sie sich auf Dienstag, wenn Eröffnung gefeiert wird - und nicht nur sie. Auch die Erzieherinnen und nicht zuletzt die Kinder in der Evangelischen Kindertagesstätte Leichlingen, Brückenstrasse 70 a, hoffen auf viele schöne und lehrreiche Stunden in der neuen Öko-Laube.

Was es mit dem 40.000-Euro-Projekt auf sich hat, das Eltern für die Neugier und den Forscherdrang ihrer Kinder finanzierten, verrät Presbyteriumsmitglied Angelika Mainzer, seit elf Jahren Vorsitzende des Freundeskreises der Kita.

Frau Mainzer, um in der Kindersprache zu bleiben: Wie viele Jahre haben Sie an der Ökolaube gebastelt und wie schwer war es, das benötigte Geld tatsächlich zusammenzubekommen?

Mainzer Alles in allem rund sechs Jahre. Wobei es Höhen und Tiefen gab. Von der Idee eines kleinen Holz-Häuschens, das sowohl Utensilien für den Forscherbereich und den Garten aufnehmen kann, als auch die Möglichkeit bietet, mit den Kindern drinnen zu experimentieren, waren wir eigentlich alle recht schnell begeistert. Es gab auch viele gute Aktionen. Schwieriger war es dann schon, das Projekt über Jahre hinweg in den Köpfen der Leute zu verankern, zumal ja auch Eltern im Laufe der Zeit den Freundeskreis verlassen haben. Es gab aber auch weitere Unterstützer: Firmen, Privatleute und Stiftungen etwa.

Was soll die Laube den Kindern denn vermitteln?

Mainzer Wir möchten den Kindern vermitteln, dass wir uns selber auch Gutes tun, wenn wir uns um die Natur kümmern. Und wir möchten zeigen, wie wir die Umwelt schonen können. Die Kinder sollen beim Spielen erfahren, dass wir alle ein Teil der Umwelt sind und jeder etwas tun kann.

Das haben Sie bisher in den Kita-Räumlichkeiten ja auch getan, warum also jetzt dieses Gebäude?

Mainzer Jeder Gärtner braucht eine Laube - jeder Handwerker eine Werkstatt. Und die Gartenwerkstatt in der Kita soll ein eigenes Zuhause darstellen. Die Räumlichkeiten, die es einmal gab, sind ja durch den Neubau des Kindergartens weggefallen.

"Wir planen, eine größere Blockhütte aufzubauen und sie als Herzstück des Ökogedanken ausbauen", heißt es in einem Schreiben von damals: "Das ablaufende Wasser wird aufgefangen. Eine kleine Filteranlage erreicht sauberes Wasser zum Händewaschen. Langfristig soll die Erweiterung um eine kleine Solaranlage erfolgen." Konnte das alles so umgesetzt werden?

Mainzer Das mit der Solaranlage ist noch nicht spruchreif, wird aber vielleicht später umgesetzt. Die Ökolaube ist dennoch sehr schön geworden. Sie ist so eingerichtet, dass die Kinder sich wohlfühlen und Lernmittel passgenau im Mobiliar untergebracht werden konnten. Sie ist also funktional und gemütlich.

Was soll alles in und um das Häuschen entstehen?

Mainzer In Gruppenarbeit oder mit Elternaktionen sollen dort Naturaktivitäten erarbeitet und umgesetzt werden. Zum Einen können die Kinder aktiv kennenlernen, welche alltäglichen Dinge man anders machen kann - Biomüll/Kompostierung, Regenwassernutzung, Solarenergie, Windenergie - des weiteren kann in der Werkstatt vieles für das Außengelände mit einfachen Mittel und eigenem Geschick entstehen. Insektenhotel, Nistkästen, Futterhäuschen, Windräder - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Ideale Frühförderung für Kinder also?

Mainzer Wenn Sie das spielerische Element dabei betonen, ja. Mit Lernen im Sinne von Unterricht hat das Ganze aber nichts zu tun. Wir wollen bei der natürlichen Neugier der Kinder ansetzen, nicht Schule light propagieren.

Quelle: RP
 
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