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Leverkusen
In Leverkusener Kitas fehlen 25 Erzieher

Leverkusen: In Leverkusener Kitas fehlen 25 Erzieher
FOTO: dpa, kj
Leverkusen. Städtische Kindergärten sollen nicht mehr in Gruppen arbeiten, sondern den Mädchen und Jungen freie Entfaltung ermöglichen. Das Personal reicht dafür aber nicht. Die Politiker fordern deshalb die Stadt auf nachzubessern. Von Monika Klein

In den städtischen Kindergärten gibt es ein Personalproblem. Derzeit sind 25 Erzieherstellen unbesetzt, aber der Markt ist nahezu leer gefegt, berichtet Dezernent Marc Adomat. Durch die Umsetzung des Elternrechts auf Betreuung von Kindern unter drei Jahren wachsen nicht mehr genügend Fachkräfte nach. Hinzu kommt eine Verschärfung im Personalrecht, die Erzieherinnen vom Dienst frei stellt, sobald sie schwanger werden.

Diese Situation erschwert die Einführung der neuen Rahmenkonzeption, die seit August flächendeckend für alle städtischen Kindertageseinrichtungenin Leverkusen gilt. Einige Kindertagesstätten haben schon vor Jahren die alte Gruppeneinteilung aufgegeben und arbeiten seitdem nach dem "Offenen Konzept", bei dem sich jedes Kind frei entscheiden kann wo und mit, wem es spielen möchte. Im Kinder- und Jugendhilfeausschuss, der diese Woche in der städtischen Tageseinrichtung Pestalozzistraße tagte, wurde die Rahmenkonzeption jetzt zum ersten Mal vorgestellt. Zugegangen war sie den Mitgliedern laut Adomat schon Anfang des Jahres.

An der Pestalozzistraße arbeitet man schon längst nach dem offenen Konzept und möchte auf gar keinen Fall zurück zur alten Gruppenbindung. Das "Offene Konzept" geht davon aus, dass jedes Kind von Grund auf aktiv und interessiert ist, sich die Welt anzueignen. Wobei ihm das komplette Angebot einer Kita und das ganze Mitarbeiterteam zur Verfügung steht. Der Bildungsverlauf des Kindes wird vom Fachkräfte-Team beobachtet, dokumentiert und gefördert.

Die Umstellung allerdings hat in einigen Einrichtungen für Unmut gesorgt, sowohl bei Eltern als auch bei Erzieherinnen.Es werden Versäumnisse hinsichtlich der Aufsichtspflicht und der Hygiene bemängelt, außerdem unzureichende Bildungsarbeit, nicht mehr stattfindende Vorschularbeit sowie unzureichende individuelle Förderung, hat die SPD an Kritikpunkten aufgelistet und verlangt eine flexiblere Handhabung. "Zahlreiche Eltern und Pädagogen führen diese Missstände auf die teils als unstrukturiert wahrgenommene Umsetzung der Vorgaben zurück", schreibt die SPD in ihrem Antrag

Auch das Ratsbündnis aus CDU, Bündnis 90/Die Grünen und Opladen Plus kritisiert die Umsetzung und verlangt, die derzeitige Konzeption der städtischen Kitas auf den Prüfstand zu stellen. Dazu müsse es eine Fachtagung mit internen und externen Fachleuten geben, die die Konzepte darstellen und diskutieren. Dazu sollten auch Politiker und Elternvertreter eingeladen werden.

Die Stadtverwaltung solle eine Vorlage für den Fachausschuss erarbeiten. Besonderes Augenmerk solle man richten auf das Umsetzen von Therapien für Kinder mit individuellem Bedarf, Erlernen eines Mindestmaßes verschiedener Grundfertigkeiten und Versorgung mit regelmäßiger und gesunder Nahrung. Die SPD wünscht eine anonyme Überprüfung der Umsetzung bis zu Beginn des neuen Kindergartenjahres.

Nach kontroverser Diskussion einigte man sich im Jugendhilfeausschuss darauf, die beiden Anträge zusammenzuführen und dann als gemeinsamen Antrag in die nächste Ratssitzung einzubringen.

Quelle: RP
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