| 00.00 Uhr

Leverkusen
Initiative: A1-Parkplatz ist nicht vom Tisch

Leverkusen: Menschenkette gegen Bau der A1-Raststätte
Leverkusen: Menschenkette gegen Bau der A1-Raststätte FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Laut des Vereins "LevkontraRaststätte" sucht Straßen.NRW weiterhin in Lützenkirchen nach Lkw-Stellplätzen. Von Bernd Geisler

Gute Freunde werden Peter Westmeier und der für Straßenbau zuständige Landesbetrieb sobald wohl nicht. "Straßen.NRW glauben wir nichts mehr", sagt Westmeier. Er ist einer der Organisatoren des Vereins "LevkontraRaststätte". Als solcher geht er davon aus, dass die Behörde weiter nach Möglichkeiten für Rastplätze an der A 1 auf Leverkusener Gebiet sucht.

Begleitet vom Vortrag "Wenn Lärm krank macht" von Dr. Marc Spielmanns, Chefarzt am Remigius-Krankenhaus, rief der Verein im Pfarrsaal St. Maurinus in Lützenkirchen nun zudem dazu auf, einen Antrag auf nachträglichen Lärmschutz zu stellen. Die Voraussetzungen dafür seien gegeben: Jeder Hauseigentümer und Mieter, der einem Umgebungslärm von mindestens 55 Dezibel ausgesetzt sei, könne einen Antrag stellen.

Immerhin: "LevkontraRaststätte" rechnet nicht mehr damit, dass ein Autobahn-Rastplatz mitsamt Tankstelle in Lützenkirchen/Steinbüchel gebaut wird. Diese frohe, aber nicht ganz neue Botschaft stammt aus dem Schreiben des Bundesverkehrsministeriums (BMVBS) vom 3. August 2012. Aufgrund der topografischen Gegebenheiten sei eine komplette Standortverlegung der Autobahnraststätte in Remscheid "nur sehr schwer realisierbar".

Westmeier bezeichnete dies als "Etappensieg" und bedankte sich bei Bürgern, Verwaltung und Politik. Indes strahlte er dabei nicht übers ganze Gesicht. Denn das BMVBS bittet in dem Schreiben Straßen.NRW, "geeignete Standorte für unbewirtschaftete Rastanlagen zu suchen". In der nunmehr dritten Bürgerversammlung des Vereins wickelte Westmeier noch mal die Ereignisse der Vergangenheit auf.

Zum einen hatte der Landesbetrieb vor der Protest-Menschenkette mit 1300 Bürgern im Mai 2012 in einem Interview gesagt, dass nichts entschieden sei. Dabei hätte er allerdings eine Woche vorher Unterlagen nach Berlin geschickt mit dem favorisierten Standort Lützenkirchen/Steinbüchel. Westmeiers Sorge: Der Landesbetrieb denke nach wie vor über eine unbewirtschaftete Rastanlage für Lkws unmittelbar neben den Wohnsiedlungen südlich von Remscheid nach – in diesem Moment wurde der rappelvolle Pfarrsaal wach.

Seinen Schluss zog Westmeier aus der Antwort von Straßen.NRW vom 28. März auf die Frage des Vereins, wer die Standortsuche für eine unbewirtschaftete Rastanlage durchführe. Die Antwort von Straßen.NRW: "Zurzeit ist noch nicht klar, ob die Untersuchungen in unserem Hause durchgeführt werden oder nicht." Eine solche Antwort im März 2013 angesichts der Bitte des BMVBS vom 3. August 2012, Straßen.NRW möge einen Standort suchen? Das könne er nicht glauben, sagte Westmeier. Er deute die Aussage des Landesbetriebs vom 12. März gegenüber der Rheinischen Post, eine Standortsuche durchzuführen "ab zehn bis 15 Kilometer südlich von Remscheid bis zum Leverkusener Kreuz", dass immer noch nach zwei Rastplätzen für mindestens je 50 LKW und 16 PKW zwischen Burscheid und Leverkusen gesucht werde. Westmeier versprach, sein Verein bleibe wachsam.

Antragstellung Der individuelle Lärmpegel lässt sich ermitteln unter: www.umgebungslaerm-kartierung.nrw.de. Antragsformulare können unter www.lev-kontra-raststaette.de heruntergeladen werden.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Leverkusen: Initiative: A1-Parkplatz ist nicht vom Tisch


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.