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Leverkusen
Investor bietet in Opladen 800 Plätze für Flüchtlinge an

Top 10: In diesen NRW-Städten sind Flüchtlinge untergebracht
Top 10: In diesen NRW-Städten sind Flüchtlinge untergebracht
Leverkusen. Ein Investor bietet in Opladen 800 Plätze für Flüchtlinge an. Dafür will der Unternehmer auf dem Grundstück "Zur alten Fabrik" vier Gebäuden bauen lassen und sie an die Stadt vermieten. Von Ulrich Schütz

Das Areal liegt zwischen dem Berufskolleg Stauffenbergstraße und Edeka Blondrath an der Pommernstraße. Nach der Nutzung für Flüchtlinge plant der Investor, in den Häusern rund 100 Wohnungen zu schaffen. Die Stadt befürwortet das Angebot. Der Bauausschuss stimmte zu.

Die große Not, genügend Plätze für die Flüchtlinge zu schaffen, beschleunigt die Planungen. Wöchentlich kommen in Leverkusen 80 neue Flüchtlinge an. Die Stadt Leverkusen hat derzeit keine Kapazitäten mehr zur Unterbringung dieser Menschen. Dies berichtet Sozialdezernent Markus Märtens den Kommunalpolitikern in einem detaillierten Situationsbericht. Derzeit seien in Leverkusen schon rund 1700 Menschen in Notunterkünften beziehungsweise Wohnungen untergebracht. Anfang des Jahres war zunächst mit nur 400 neuen Flüchtlingen gerechnet worden.

Das Opladener Angebot wird von der Stadtspitze aus zwei Gründen begrüßt: Die Gebäude würden eine Unterbringung in festen Häusern ermöglichen. Zudem ließen sich daraus preiswerte Wohnungen machen. Rechtlich sind einige Hürden zu nehmen. Das angebotene Areal gilt als Gewerbegebiet. Nach dem "Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz" seien Wohngebäude auf solchen Geländen ausnahmsweise möglich. Für die vorhandenen Gewerbebetriebe bestehe grundsätzlich Bestandsschutz.

Der Investor bietet der Stadt ein "Komplettpaket" an, berichtet die Stadtspitze in einem Beratungspapier für den Stadtrat. Gestern beriet der Bauausschuss über das Angebot. Demnach erfolgt die Möblierung, Belegung und Instandhaltung der Gebäude durch den Investor. Er will im Gegenzug mit der Stadt einen Zehn-Jahres-Vertrag abschließen, der eine Belegung und damit auch Bezahlung von mindestens 640 der 800 Plätze garantiert.

Die Stadt prognostiziert, dass diese Kapazität auf jeden Fall benötigt werde. Die Mietkosten je Platz bewegen sich laut Stadt "auf dem Niveau der Kosten für Unterbringungen in den aktuellen Gemeinschaftseinrichtungen".

Um den Bedarf an Unterbringungsplätzen im nächsten Jahr decken zu können sind noch diese Projekte in Vorbereitung:

- Felderstraße (Rheindorf) und Schopenhauerstraße (Steinbüchel): je 90 Plätze

- Hotel Atrium, Heinrich-Lübke-Straße (Schlebusch): 96 Plätze

- Merziger Straße (Waldsiedlung) und Dohrgasse (Holzhausen): je 90 Plätze

- Heinrich-Claes-Straße (Küppersteg): 180 Plätze.

Für Flüchtlinge, für die das Land NRW zu sorgen hat, hat die Stadt Leverkusen diese Standorte realisiert oder im Angebot: Sporthalle Heinrich-Brüning-Straße (400 Plätze), Schule Görresstraße (600), Freibad Auermühle (400), Sportplatz Heinrich-Lübke-Straße (400).

Quelle: RP
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