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Streit um Stadtvillen in Hitdorf
Investor will bauen, Anwohner sind dagegen

Streit um Stadtvillen in Hitdorf: Investor will bauen, Anwohner sind dagegen
Die Einfahrt zum 6000-Quadratmeter-Grundstück von Helga vom Scheidt. 3500 davon will sie für das Bauprojekt abgeben. FOTO: Uwe Miserius (Archiv)
Leverkusen. Das Parkgrundstück von Helga vom Scheidt in Hitdorf wird zum Zankapfel in der Politik. Ein Teil des Areals will ein Investor bebauen. Anwohner sind dagegen, die Politik ist sich uneins, und Eigentümerin vom Scheidt ist verärgert. Von Susanne Genath und Ludmilla Hauser

An dem Neubauvorhaben am Hitdorfer Kirchweg/Am Werth scheiden sich die Geister. Ein Investor, die IG Hitdorf, plant auf dem parkähnlichen Grundstück vier Doppelhaushälften und zwei Stadtvillen mit Tiefgarage. "So ein großer Klotz an der Ecke - wie soll das nachher aussehen?", fragte Ursula Behrendt (CDU) in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses.

Uwe Bartels (FDP) war anderer Meinung. "Ich finde, die Reihenhäuser passen sich gut ein und dominieren die Straße nicht", sagte er. Überhaupt halte er die Pläne für gelungen. "Der Investor versucht ja auch, die Kastanienallee zu erhalten." Ludwig Keil (Linke) sprach gar von einem "Sahnestück in Hitdorf", was da bebaut werden solle. Gegen die Doppelhaushälften habe man keine Bedenken. "Aber wir hätten da eigentlich gerne geförderten Wohnungsbau", sagte Keil. "Den haben wir in Leverkusen zu wenig. Und auch Menschen mit wenig Geld hätten mal eine solche Wohnungslage verdient."

Die Reihenhäuser fanden schließlich generelle Zustimmung im Ausschuss, nicht jedoch die zwei Stadtvillen. Die Bauverwaltung möge dem Investor den Hinweis gegen, dass der Ausschuss nur den Doppelhaushälften zustimme, fasste Frank Schönberger (CDU) zusammen, der für den erkrankten Peter Ippolito (SPD) die Sitzung führte. In seiner jetzigen Fassung finde der Bebauungsplan bei den Planungspolitikern keine Mehrheit.

Auch Anwohner wehren sich gegen die Pläne - mit Protestschreiben und einer Unterschriftenaktion. Wie berichtet, kritisiert der ehemalige Ratsherr Hans Kürten, Anwohner am Hitdorfer Kirchweg, vor allem die Größe der mehrgeschossigen Stadtvillen zur Straße Am Werth. Durch ihren Bau und die Tiefgaragenzufahrt seien die etwa 100 Jahre alten Bäume, darunter eine Rotbuche, gefährdet. Er fordert die Reduzierung des Projektes um eine Stadtvilla. Andere Anwohner sorgen sich um die "ruhige Wohnlage" oder fragten nach dem Denkmalschutz der alten Villa und.

In der wohnt seit Jahrzehnten Helga vom Scheidt. Die 84-jährige frühere Geschäftsfrau sagt: "Unser Grundstück ist 6000 Quadratmeter groß. Das können mein Mann und ich in der Größe nicht mehr bewirtschaften und wollen auch nicht alles für Andere erhalten. Deswegen wollen wir 2500 Quadratmeter behalten, die übrigen sind für das Bauvorhaben." Die Esskastanien blieben bestehen, "eine Rotbuche müsste weg und der Wildwuchs zur Straße. Mehr passiert nicht. Der Neubau fügt sich gut auf unser Grundstück ein. Zumal: Eines der Stadthäuser soll seniorengerecht gebaut werden. Das ist mir wichtig." Mit Nachbarn hat es zu dem Thema Briefverkehr gegeben. "Bisher habe ich immer gedacht, dass ich verständnisvolle Nachbarn habe...", merkt vom Scheidt an.

Sie macht eines klar: Sollte das jetzige Bauvorhaben nicht zustande kommen, sehe sie sich gezwungen, das gesamte Gelände an einen Bauträger zu verkaufen. "Anfragen habe ich vorliegen. Dann wird aber ein sehr großes Bauvorhaben daraus." Die IG Hitdorf hat sich abgesichert: Der Kaufvertrag beinhaltet ein Rücktrittsrecht, wenn das Projekt bis Ende 2018 nicht genehmigt wird.

Quelle: RP
 
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