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Leverkusen
Investoren für Bahnstadt-West gefunden

Bahnstadt Opladen: Historische Zugfahrten
Bahnstadt Opladen: Historische Zugfahrten FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Nach der Sommerpause will die Stadt mit vier Investoren in konkrete Kaufverhandlungen zu den Grundstücken einsteigen. Von Ludmilla Hauser

Im nächsten Jahr kann Vera Rottes ein kleines Jubiläum feiern. Dann arbeitet die Chefin der Bahnstadtentwicklungsgesellschaft mit ihrem Team seit zehn Jahren daran, aus dem einstigen Gelände des Eisenbahnausbesserungswerkes Opladen ein neues Stadtviertel zu schaffen: die Bahnstadt. Wer heute durch das Areal streift, merkt rasch Dreierlei: a) Rottes hat ganze Arbeit geleistet: Aus dem einstigen Papiertiger ist auf der Bahnstadt-Ostseite - also von Opladen aus gesehen jenseits der Werkstättenstraße - tatsächlich ein Quartier zusammengewachsen. Neue Wohnhäuser und Gärten mischen sich mit gemauerten Erinnerungen wie dem einstigen Wasserturm (heute Funkenturm der Altstadtfunken), dem alten Magazin (heute Sitz mehrerer Unternehmen, unter anderem der Bahnstadtgesellschaft) und etwa dem noch im Verschönerungsprozess befindlichen Kesselhaus und mit ziemlich viel Grün.

b) Es sind keine Potemkinschen Dörfer, keine Häuserhülsen, sondern auf der Bahnstadt-Ostseite ist viel Leben eingekehrt. Familien etwa haben sich dort ihr Zuhause geschaffen, Dienstleister wie eine Krankenkasse haben sich angesiedelt, auch ein Ärztehaus samt portugiesischem Restaurant.

c) Letzteres steht schon auf der Opladen zugewandten Fläche, also der Bahnstadt-West. Und dort soll sich bald mehr tun. Die Vorbereitungen für das Wohnbauprojekt laufen auf Hochtouren, teilt jetzt die Bahnstadtgesellschaft mit. "Auf der zwölf Hektar großen Bahnbrachfläche, die sich parallel zum Zentrum auf einer Länge von 1,2 Kilometer erstreckt", spiele der Wohnungsbau eine Schlüsselrolle: "Vier- bis fünfgeschossige - lärmgeschützte - Wohngebäude für ca. 400 Wohnungen sollen zwischen Goethestraße und Karlstraße, parallel zur geplanten Europa-Allee (neue Bahnallee) und zur Bahnstrecke als neues "Gesicht zur Bahn" gebaut werden.

Dass die Bagger und die Wohnraum-Vermarktung anrollen können, ist sicher, denn seit Mitte Mai besteht verbindliches Baurecht. Die Stadt hatte das Areal vor fünf Jahren von der Bahn erworben. "Der Wohnungsbau soll abwechslungsreich und nicht uniformiert sein und verschiedene Nutzergruppen ansprechen. Höchstes Gut beim Bau der Wohngebäude ist die Einhaltung des gesetzlich vorgeschriebenen Lärmschutzes", teilt Vera Rottes mit. Nachsatz: "Jetzt steht fest, wer die Grundstücke auf der Westseite erhält." Namen nennt sie nicht.

Vor einem Dreivierteljahr hatte die Bahnstadt ein Investoren-Auswahlverfahren gestartet, um Unternehmen zu finden, die das wirtschaftlichste (gleichzeitig qualitätvolles) Angebot für die Grundstücke auf der Westseite einreichen. Jetzt haben Stadt und Bahnstadt vier Investoren(gruppen) "für sieben Grundstücke auf rund 2,5 Hektar Wohnbaufläche ausgewählt".

Mit dem Verkauf der Grundstücke bestehe nun die Chance, "auf dieser Fläche dem heftig verspürten Mangel an Wohnraum entgegenzutreten. Dabei wird frei finanzierter und öffentlich geförderter Wohnraum (mindestens 25 Prozent) so gemischt, dass Lebensqualität für alle Nutzer entsteht", verspricht Vera Rottes. Und auch das Parken sei geregelt: "Private Stellplatzanlagen werden in Tiefgaragen untergebracht." Die Stadt wolle in der "nicht ganz einfachen Lage" ein Wohnquartier mit Vorbildcharakter schaffen. Der jetzige papiertiger Westseite soll nach der Sommerpause konkreter werden. Dann werde die Stadt mit allen Investoren in Kaufvertragsverhandlungen einsteigen. Rottes: "Hierbei wird auch die Vereinbarung über vertiefende Architekturwettbewerbe für alle Grundstücke entlang der Europa-Allee getroffen. Die genaue Fassadengestaltung und die Verflechtung mit dem Grünen Band werden besondere Beachtung finden." Ost- udn West in der Opladener Bahnstadt sollen schließlich eins werden.

Quelle: RP
 
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