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Verrücktes Hobby in Leverkusen
Born to be Mofa

Der Leverkusener Mofa-Club "Iron Mofa"
Der Leverkusener Mofa-Club "Iron Mofa" FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Der Leverkusener Matthias Maus hat mit Freunden einen Mofa-Club gegründet. Die Mitglieder tragen Kutten mit dem Vereinswappen: ein wütender Totenkopf mit dahinter gekreuzten Pleuelstangen. "Iron Mofa" knattert auf seinen Maschinen regelmäßig durch die Republik. Die Straße ruft. Von Sebastian Fuhrmann

Unter dem Totenkopfwappen läuft alles nach klar definierten Regeln, so wie man es von Rocker-Chaptern kennt. Wer ein Teil des Rudels sein will, muss sich dessen erst als würdig erweisen. "Prospects" werden auf der Straße jene genannt, die in der Mofa-Liga noch auf Bewährung spielen. "Wir haben gerade drei Anwärter", sagt Matthias Maus. "Unsere Gruppe ist um die zehn Leute groß." Die Mitglieder des Mofaclubs eint, dass sie im echten Leben nichts mit Mofas zu tun haben. Die meisten Mitglieder sind um oder über 40 Jahre alt, einer ist Mitte 20. 

Der 32-Jährige Schreiner Maus hat den Mofa-Club gegründet. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig in der Dorfschänke, einer Gaststätte in Leverkusen-Lützenkirchen, immer am letzten Mittwoch des Monats. "Wir trinken eine Cola und fahren dann noch eine Runde", berichtet Maus. In Leverkusen kennt man die Crew, die regelmäßig auf den Straßen unterwegs ist.

Eine ihre jüngsten Touren führte "Iron Mofa" nach Remagen. "Wir haben eine Fünf-Fähren-Trophy veranstaltet." Sechs Stunden lang fuhren die Leverkusener auf ihren Mofas die 80 Kilometer lange Strecke am Rhein entlang und setzten fünf Mal mit der Fähre über. "Nach so einer Tour tut einem schon ganz schön der Hintern weh", sagt Maus. 

In Deutschland gibt es weitere Mofa-Clubs. Wer danach googelt, findet Namen wie "Die Kobras", "No Pants" oder "Jeff MofaClub". Sie alle haben ihre eigene Symbolik; Kutten, Fahnen und Rituale. Das Mofa, in Deutschland lange verpönt, feiert seine Wiederauferstehung. 

Warum dieses Hobby? 

"Uns gibt es jetzt seit einem Jahr", sagt Matthias Maus. Die Idee kam dem 32-Jährigen an Pfingsten, als eine Gruppe Leute auf Schwalben, den Trend-Motorrollern, auf dem Campingplatz nächtigte, auf der auch er sein Zelt aufgeschlagen hatte. "Ich fand das großartig." So großartig, dass er zu Hause den Laptop anschmiss, um nach Schwalben zu suchen. Aber die waren zu teuer. Dann entdeckte Maus Mofas und überlegte sich, eine Gruppe zu gründen, die inzwischen bei Facebook mehr als 250 Freunde hat, zum Teil aus Thailand und Brasilien. "Ich habe davon zunächst ein paar Leuten erzählt, die haben mich zuerst angeguckt wie Autos." 

Wenn man ein so außergewöhnliches Hobby pflegt wie die Leverkusener, muss man mit Blicken leben können. Keiner der 25-Stundenkilometer-Rocker kann jenen böse sein, die es ulkig finden, wenn eine Gruppe gestandener Männer auf Mofas mit bestickten Jeanswesten und Fuchsschwänzen am Heck durch die Gegend fetzt. "Bei unserem Hobby geht es einfach um den Spaß", sagt Matthias Maus. "Mit den Dingern durch die Gegend zu fahren, beruhigt sogar."

Obwohl der Club erst ein Jahr alt ist, erzählen sich die Mitglieder schon eigene Legenden. Eine ist die von einem Fußballspieler, der, während er dem Ball hinterherjagte, so gebannt auf die Mofa-Gang schaute, dass er gegen einen Torpfosten rannte. "Sein Freund hat uns so angegafft, dass er nicht wusste, ob er lieber uns angucken oder seinem Kumpel helfen sollte." 

Die nächste Tour ist schon geplant: Ende des Monats geht es auf Besuch zu einem anderen Mofa-Club in die Pfalz – den Zündkatzen.

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