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Leverkusen
Islamunterricht soll zu Toleranz erziehen

Leverkusen: Islamunterricht soll zu Toleranz erziehen
Der Unterricht erfolgt auf Deutsch mit deutschen Lehrbüchern und soll die Kinder zu Verständnis, Offenheit und Toleranz erziehen. FOTO: Klett-Verlag
Leverkusen. An zwei Grundschulen wird islamischer Religionsunterricht eingeführt. Die Lehrpläne erstellt das NRW-Schulministerium. Von Susanne Genath

Die Nachricht, dass das Fach "Islamischer Religionsunterricht" am 1. Februar 2017 an zwei Leverkusener Grundschulen eingeführt werden soll, stößt bei Lesern auf unterschiedliche Resonanz. Während einige befürchten, dass durch das Fach christliche Werte verleugnet würden, befürworten andere, dass der Islam muslimischen Kindern fachkundig nahegebracht werde.

Das Schulministerium betont, Religionsunterricht biete mehr als ethische Orientierung. Er vermittele nicht nur grundlegendes Wissen über die eigene Religion, sondern schaue hinter die Dinge, auch dort, wo andere Wissenschaften keine Antworten geben könnten.

"Wie für jedes andere Unterrichtsfach gibt es für den islamischen Religionsunterricht in NRW verbindliche Kernlehrpläne, und zwar sowohl für die Grundschule als auch für die Schulen der Sekundarstufe I und II", sagt Filiz Soytürk, Sprecher des NRW-Schulministeriums. Die Lehrpläne würden in der Verantwortung des Landes erstellt und mit dem Beirat für islamischen Religionsunterricht beraten. An Grundschulen wurde das Fach bereits im Herbst 2012 eingeführt.

"Der Unterricht sensibilisiert für grundsätzliche religiöse Fragen und die Bedeutung von Religion im Leben der Menschen", schreibt NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann im Vorwort der Lehrpläne. Schüler lernten die Traditionen und Werte ihrer Religion kennen. "Damit rücken im Unterricht Antworten des Islam etwa auf die Fragen nach der Beziehung des Menschen zu Gott, zu sich selbst, zu den Mitmenschen, zur Rolle von Frauen und Männern in der Gesellschaft sowie zur Natur in den Blick." Die Gestaltung des Unterrichts liege in den Händen der Fachkonferenzen und Lehrer. Grundsätzliche Inhalte seien vorgeschrieben.

Für die muslimische Glaubensgemeinschaft sind laut Schulministerium das Bekenntnis zu Allah/Gott und zum Propheten Muhammad sowie die Wertschätzung der Familienangehörigen (Ahl al-Bayt) und weiteren Gefährten (Sahaba) des Propheten maßgeblich, ebenso die Vorbildfunktion dieser Personen. Im Unterricht sollen die Schüler ihr Umfeld und Fragen des Glaubens unter verschiedenen Aspekten betrachten. "Aus dieser Sichtweise werden die Kerninhalte des Islam, zum Beispiel der Tauhid-Glaube, wahrgenommen und auch vergleichend mit Beispielen aus anderen Religionen reflektiert", heißt es im Lehrplan. Moscheebesuche und der Austausch mit Gemeindemitgliedern sollen helfen, dass die Kinder und Jugendlichen "Verständnis, Offenheit und Toleranz für unterschiedlich motivierte und unterschiedlich gestaltete religiöse Handlungsformen" entwickeln.

Die Lehrer unterrichten auf Deutsch. Die Benennung "Gott" erfolgt teilweise in Kombination mit dem Eigennamen "Allah". Dadurch werde hervorgehoben, "dass beide Namen im Kern gleich zu verstehen sind", heißt es im Lehrplan.

Wichtes Ziel des Unterrichts: "Das Zusammenleben mit Angehörigen anderer Glaubensgemeinschaften in gegenseitiger Achtung und Zuwendung zu fördern."

Quelle: RP
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