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Leverkusen
Jazztage: Fulminanter Start mit Jan Delay

Die Leverkusener Jazztage 2015
Die Leverkusener Jazztage 2015 FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Der Hutträger mit Liebe zu Funk war erste Wahl fürs "Warm-up" des Festivals. Es wurde mehr als warm. Es wurde heiß. Von Siegfried Grass

Warm, heiß, 94 Grad: Jan Delay startete äußert pünktlich sein knapp zweistündiges Einheizen - und machte seinem Namen damit keine Ehre (Delay=Verspätung). Er hatte von Anfang an die 1800 Fans im ausverkauften Leverkusener Forum im Griff. Sie folgten seinen Anweisungen zum Strecken der Hände und hüpften im Funky-Rhythmus. Stimmung und Temperatur stiegen so fortwährend.

"So kann es ruhig weitergehen", lobte Fabian Stiens, der ab nächstem Jahr, nach dem Rückzug von Jazztage-Macher Eckhard Meszelinsky, allein in der Verantwortung - und im wirtschaftlichen Risiko - der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten musikalischen Leverkusener Großveranstaltung steht.

Von wegen unterkühlter Hamburger: Jan Delay eröffnete die Jazztage mit reichlich Energie. Das kam an. FOTO: Miserius, Uwe (umi)

An elf Tagen ist das Forum in diesem Jahr der Wallfahrtsort der Jazz-Enthusiasten - wobei es Stiens und Meszelinsky mit dem Begriff "Jazz" nicht ganz so genau nehmen. Das ist dem Geschmack des Publikums geschuldet; schließlich geht es auch darum, dass möglichst viele Zuhörer kommen und ihren finanziellen Beitrag (neben den Sponsoren) zum Gelingen leisten.

An sechs weiteren Locations wird in der Stadt musiziert. Der Fan hat die Auswahl unter 33 Terminen; denn neben den Haupt-Acts im Forum finden noch sechs Shows im Opladener Scala, acht im Wiesdorfer Topos, fünf im Notenschlüssel, zwei im Schlebuscher Sensenhammer und eine im Erholungshaus statt.

Aber jetzt war erst einmal Jan Delay zur Stelle, der nach der experimentierfreudigen Gruppe "Three Fall" die Bühne betrat. Übrigens: Three Fall hatte deutlich gemacht, dass es ja eigentlich um Jazz geht, Delay (bürgerlich Jan Phillip Eißfeldt) dagegen, das war aber jedem klar, liebt Funk und Rock. Macht nichts: Erst einmal ging es den Veranstaltern darum, mit einer ausverkauften Schau für einen - im wahren Wortsinn - Paukenschlag zu sorgen. Zu zeigen: Die 36. Jazztage sind eröffnet.

Die etwas veränderte musikalische Ausrichtung konnte man bereits auf dem Forum-Parkplatz erkennen. Da standen zwei große Busse, Nightliner und ein überdimensionierter Lkw für den Transport der Bühnenausrüstung der Gruppe um den Hamburger Sänger. Noch in der Nacht nach ihrem Auftritt im Forum ließen sich die zwölf Musiker mit ihrem Gefolge nach Ingolstadt chauffieren, wo sie die gleiche Show noch einmal boten. Stiens: "Die Pop-Musiker benötigen einfach eine größere Ausrüstung, bei ihnen läuft alles noch professioneller ab." Die Leverkusener Jazztage kooperieren nämlich mit den Ingolstädter Jazztagen ebenso wie mit dem Aalener Jazzfest; einige Künstler werden weitergereicht, das spart Spesen.

Zu den 94 Grad: Die wurden natürlich nicht gemessen, aber von "Zappelphilipp" Delay so empfunden. Unglaublich, was der 39-Jährige für eine Kondition hat. Die brauchen vor allem die ehrenamtlichen Helfer, wollen sie bis zum nächsten Sonntag durchhalten - wenn die Jazztage mit einer "Piano Night" - und lupenreinem Jazz - enden.

Quelle: RP
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