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Leverkusen
Jetzt lauern Zecke, Floh und Wurm

Leverkusen. Viele Hunde, Katzen und andere Haustiere leiden gerade jetzt bei der warmen Witterung unter Parasiten. Diese machen nicht nur den Tieren, sondern auch den Menschen das Leben schwer und können Krankheiten auslösen. Von Christiane Bours

Dieses Ritual sollte eigentlich für alle Hundebesitzer zum Alltag gehören. Nach dem Spazierengehen, gerade in Wäldern, Parks oder an Feldrändern, sollte der Hund nach Zecken abgesucht werden. Doch auch Katzen, die als Freigänger durch die Gegend streifen, oder Kaninchen, die im Garten leben, sollten von ihren Besitzern regelmäßig auf die lästigen Parasiten untersucht werden.

Denn Zecken jucken nicht nur, sie können auch Krankheiten übertragen. Und das nicht nur auf die Tiere, sondern auch auf Menschen. Gerade jetzt im Sommer kommen Zecken am häufigsten vor. "Auch in Mettmann können Zecken die Borreliose auf Tiere und Menschen übertragen", erklärt der Mettmanner Tierarzt Martin Müschenich. Eine Borreliose kann viele Symptome haben, es können die verschiedenen Krankheitszeichen von Hirnhautentzündung über starke Schmerzen bis hin zu Herzproblemen auftreten.

Relativ häufig wird bei der Borreliose eine Gesichtslähmung beobachtet. Deshalb empfehlen Ärzte, sowohl für Mensch als auch für Tier, eine Impfung gegen die Borreliose. Zumindest bei Hunden ist eine Impfung auch möglich, bei anderen Tieren wie Katzen leider nicht. Wenn man an seinem Tier eine Zecke entdeckt, sollte man sie mit Hilfe einer Zeckenzange oder -karte entfernen.

"Niemals sollte man die Zecke vorher abtöten, da sie dann um so mehr Erreger in die Wunde abgibt", betont Martin Müschenich. Vielmehr sollte man die Zecke vorsichtig drehen und herausziehen. Anschließend ist eine genaue Beobachtung der Stelle wichtig. Wird sie rot oder wandert, dann spricht man von der sogenannten Wanderröte. Manchmal tritt auch Juckreiz auf oder die Stelle schwillt an. "Spätestens dann sollte man den Arzt aufsuchen, denn dann kann man noch gut mit Antibiotika behandeln", erklärt Müschenich.

Um generell den Befall mit Zecken zu vermeiden, empfiehlt der Tierarzt Spot on-Medikamente oder Tabletten. Diese verteilen sich im Blut des Tieres, wenn eine Zecke zubeißt, stirbt sie. Ähnliche Medikamente zur Vorbeugung gibt es auch gegen andere Insekten wie Mücken oder Flöhe, die ebenfalls Krankheiten übertragen können. Ein weiteres Ärgernis für Tiere, das sich auch auf Menschen auswirken kann, sind Würmer. "Gerade Hunde haben ihre Nasen ja überall und können so Wurmeier aufnehmen", erklärt Martin Müschenich. Diese schlüpfen dann im Hund, wandern durch den Körper, bis sie wieder im Darm landen, wo sie sich festbeißen und Eier legen, die dann ausgeschieden werden. Deshalb raten Tierärzte dringend, das Haustier alle drei Monate zu entwurmen. Zu den Würmern gehören auch die Bandwürmer, die Katzen und Hunde gleichermaßen befallen. Für den Menschen außerordentlich gefährlich kann der Fuchsbandwurm sein, der aber nicht nur Füchse, sondern auch Hunde und Katzen befällt. Dieser Parasit verursacht Zysten in Leber und Gehirn, die faustgroß werden können und schwer krank machen.

Tierarzt Martin Müschenich rät deshalb, die Tiere nicht nur regelmäßig zu entwurmen, sondern immer ein Auge auf einen möglichen Befall zu haben und im Zweifelsfall einen Tierarzt aufzusuchen.

Quelle: RP
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