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Leverkusen
JTL zeigt "Netboy" extra für Schüler

Leverkusen. Das neue Stück thematisiert den Umgang von Teens mit sozialen Netzwerken. Von Monika Klein

Marie lernt im Chatroom den Jungen "Netboy" kennen. Der zeigt viel Verständnis für ihre persönlichen Probleme und ermuntert sie, selbst etwas zu tun. Etwa der verhassten Lehrerin zu zeigen, was sie von ihr hält. Marie verrichtet daraufhin ihre Notdurft vor der Tür der Lehrerin, ohne die Folgen zu ahnen. Der vermeintliche Freund stellt ein Foto dieser Aktion ins Netz und löst einen Shitstorm aus, der das Mädchen in die Verzweiflung und bis zum Selbstmordversuch treibt.

Das Stück "Netboy" von Petra Wüllenweber setzt im Alltag von Jugendlichen an, die sich oft recht unbedarft in sozialen Netzwerken bewegen, sich selbst darstellen und freiwillig ihre Privatheit aufgeben, ohne die Folgen zu bedenken. Deswegen hat das Junge Theater Leverkusen dieses noch sehr junge Stück, das erst im Februar uraufgeführt wurde, ins Programm aufgenommen. Schauspielerin und Theaterpädagogin Verena Sander wird die Produktion mit dem eigenen Ensemble inszenieren, das seit dem jüngsten Vorsprechen vier Neuzugänge zu verzeichnen hat. Spielen werden sechs der aktuell zwölf Ensemblemitglieder.

In den nächsten Tagen werden Schulen Terminangebote bekommen, denn die Aufführungen, zum großen Teil in den Vormittagsstunden, sind ausdrücklich für Schulklassen gedacht. Wer schnell reserviert, kann das Theater an der Karlstraße gratis besuchen. Denn die ersten zehn Schüler-Vorstellungen finanziert der Rotary Club Leverkusen-Opladen.

Im Jahr seiner Präsidentschaft hat Hans-Jörg Schaefer dieses Projekt mit Theaterleiterin Claudia Sowa eingetütet. Es sei besser als eine einmalige Veranstaltung für Jugendliche, meint er, denn: "Auf diese Weise werden 500 Schüler davon profitieren." Und ihm ist bewusst, wie aktuell und brisant das Thema ist. Deswegen überzeugte den Chef der Volksbank Rhein-Wupper auch der Ansatz des JTL, nicht nur ein Stück zu zeigen, das Jugendliche emotional erfasst und ein Problem aus ihrem Lebensraum behandelt.

Zu jeder Vorstellung gehört auch ein Nachgespräch mit dem jungen Publikum. Sowohl Verena Sander als auch Claudia Sowa wissen aus langjähriger Erfahrung am Westdeutschen Tourneetheater Remscheid, wie gut dieses Angebot angenommen wird. Die jungen Zuschauer wollen darüber reden. Und in diesem Falle hoffen beide, Jugendlichen mehr Medienkompetenz zu vermitteln, sie zu sensibilisieren und ihnen zu empfehlen: Stellt nicht alles ins Netz!

Zum Einstieg in das Stück haben sich junge Kursteilnehmer selbst gegoogelt und mussten feststellen: Es gab Einträge zu allen "Kindern". Die Rotarier sehen am 1. September die Vorpremiere von "Netboy", danach werden dann die Termine mit interessierten Schulklassen vereinbart.

Quelle: RP
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