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Köln/Leverkusen
JU befürchtet Übergriffe wie in Köln auch hier zu Karneval

Köln/Leverkusen. Zu den Gewalttaten am Kölner Hauptbahnhof in der Neujahrsnacht landet auf dem Schreibtisch von Polizeipräsident Wolfgang Albers in diesen Tagen Post aus Leverkusen: Die Junge Union (JU) hat den Polizeichef angeschrieben. Von Ludmilla Hauser

"Grund sind Sorgen von JU-Vorstand Lucas Melzig, dass mögliche, ähnliche Übergriffe auch in Leverkusen an den Karnevalstagen zustande kommen könnten", berichtet Melzig. Explizit hakten die jungen Christdemokraten bei Albers nach, ob das Polizeiaufgebot an den Karnevalstagen in Leverkusen erhöht wird und ob zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen an den Karnevalszügen und den Fußgängerzonen in Opladen, Wiesdorf und Schlebusch getroffen werden. Drittens fragen die Jungpolitiker, ob die Polizeipräsenz künftig auch bei öffentlichen Großveranstaltungen in Leverkusen verstärkt werden wird.

"Was in Köln passiert ist, ist in Leverkusen nicht auszuschließen. Gewalt macht nicht an der Stadtgrenze halt", argumentiert Melzig. "Besonders die Unvorhersehbarkeit von Gewaltdaten bei großen Veranstaltungen mit Menschenandrang sorgen derzeit in der Bevölkerung, nicht nur nach den Terroranschlägen von Paris, unserer Meinung nach für Angst und Beklemmungen. Durch eine erhöhte Polizeipräsenz an den Karnevalstagen könnte dies zumindest teilweise die Besorgnis in der Bevölkerung ein wenig minimieren."

Dass Albers mehr Polizei zu den Zügen schicken wird, "kann ich mir nicht vorstellen", sagt Uwe Krause, Vorsitzender des Festausschusses Leverkusener Karneval (FLK). Bereits im vergangenen Jahr seien die zwei Motorradpolizisten, die in den Vorjahren im Einsatz waren, gestrichen worden. "Wir selbst müssen auch etwas tun - das haben wir mit der Radau-Ecke an der Kanalstraße auch gemacht: Seit der ,Family Street' ist Ruhe", merkt er an.

Krause will in Absprache mit Oberbürgermeister Uwe Richrath "möglicherweise alle Flüchtlingsunterkünfte besuchen und dort erklären, was Karneval bedeutet". Dass die Problematik aus Köln nach Leverkusen herüberschwappt, daran mag Krause nicht glauben. "Wenn das auch hier auftauchen sollte, dann wird mir Angst und Bange", gesteht er. Allerdings seien die Leverkusener Umzüge nicht mit dem Kölner Rosenmontagszug mit 1,5 Millionen Besuchern zu vergleichen.

Quelle: RP
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