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Leverkusen
Junge Künstler erobern Erholungshaus

Leverkusen: Junge Künstler erobern Erholungshaus
Abie Franklin ist in Tel Aviv geboren und studiert seit 2015 an der Weißensee Kunsthochschule Berlin. Im Probenfoyer des Erholungshauses hat er eine Rauminstallation geschaffen, die der Betrachter durchwandern soll. FOTO: Monika klein
Leverkusen. Eine Woche lang haben 18 Studenten aus Berlin raumbezogene Arbeiten realisiert, die Bayer Kultur bis Juni zeigt. Von Monika Klein

Ist das Kunst oder passende Deko für ein Theater-Café? Hinter dem Tresen im Foyer des Erholungshauses hängen drei Bilder aus aufgeklebten Salzstangen, fein säuberlich in Reihen sortiert. Doch das ist nicht mal die Hälfte der Mixes Media Arbeit "Snack on me", die David Moser für diesen funktionalen Raum erdacht hat. Dazu gehört der Sound, der in Abständen aus Lautsprechern kommt: geräuschvolles Knuspern von Salzstangen und ein genüssliches "hmmm" zum Schluss. Auf Stehtischen stehen Gläser mit Salzgebäck, sozusagen als stumme Aufforderung, sich ebenfalls zu bedienen, in das Knuspern einzustimmen und auf diese Weise Teil der künstlerischen Arbeit zu werden.

Dies ist eine von 18 jungen Positionen, die ab Sonntag in der Ausstellung "Side Effects" bei Bayer Kultur zu sehen und zu erforschen sind. Es ist die Fortsetzung der StARTacademy-Reihe "Kunsthochschulen zu Gast", die jedes Jahr bis zum Ende der Saison dauert. Dieses Mal war die Klasse von Prof. Friederike Feldmann an der Weißensee Kunsthochschule Berlin eingeladen. Weil alle "in situ" vor und für den Ort arbeiten wollten, haben die Studierenden bereits im Sommer die Räumlichkeiten besichtigt und während des vergangenen Semesters Ideen entwickelt und ausgearbeitet. Umgesetzt wurden die mehr oder weniger fertigen Pläne dann in einer arbeitsreichen Woche vor Ausstellungsbeginn. Dagmara Wachulska beispielsweise mischte sich am Karnevalssamstag in Schlebusch unter das Volk und landete mitten im Karneval. Inhalte aus Gesprächen setzte sie im hinteren Treppenhaus in erzählerische Wandmalerei um, licht und flüchtig wie die wenig greifbaren Gedanken.

Yang Yangchuan schlug in einer Nische des Erholungshauses sein Bett auf und schlief dort in den frühen Morgenstunden, um seine Träume anschließend direkt auf Papier zu übertragen. Mit Taschenlampen können Besucher die Details im abgedunkelten Traum-Zimmer beleuchten.

Unten hat Katrine Hoffemeyer Tougard die Fenster mit einer Mischung aus Glycerin, Wasser und Cyanobakterien bemalt. Die Mikroorganismen werden sich in den nächsten Wochen verändern. Scheinbar organisch ist die Installation aus Stoff und Lackfolie, die Nooshin Ravanshadi aus einer Ecke quellen ließ. Funktional und erst bei genauem Hinsehen als Kunstwerk zu erkennen sind die zehn Edelstahlschilder im Stil der vorhandenen Hinweistafeln, die Soline Krug im Haus verteilt hat.

Ganz unterschiedliche Ansätze und Techniken haben die 18 Künstler gewählt. Was sie verbindet, ist die Auseinandersetzung mit der Gesellschaft.

Quelle: RP
 
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