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Leverkusen
Kabarettistin lästert über Merkel, Fifa und Griechen

Leverkusen. "Das Internet ist für uns alle Neuland." Das Zitat klingt nach Tim Berners-Lee, der Ende der 80er Jahre die Grundlagen des weltweiten Netzes entwickelte. Tatsächlich stammte der Satz rund 25 Jahre später von Angela Merkel. Von Tobias Falke

Die Bundeskanzlerin rechtfertigte damit das NSA-Überwachungsprogramm "Prism". Im Internet wurde damals unter dem Schlagwort ("Hashtag") #Neuland kräftig gelästert. Wer das Zitat am Mittwochabend im "Kolonie 1" in Wiesdorf richtig zuordnen konnte, der bekam von Kabarettistin Anny Hartmann Schokolade geschenkt.

Bei ihrem besonderen Jahresrückblick ging die Kabarettistin durch die einzelnen Monate und stellte fest: Nicht alles, was legal ist, ist legitim. So sei der Fifa beispielsweise nach der Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 in Katar erst im Jahr 2015 aufgefallen, dass es im Sommer im Wüstengebiet sehr heiß werden kann.

Hartmann lobte die Kindergelderhöhung von vier Euro pro Monat, da man nun seine Kinder alle drei Monate ins Kino schicken kann - "am Kinotag und ohne Popcorn und Getränk versteht sich", witzelte sie. Natürlich blieb das Thema Griechenlandkrise nicht aus. Für sie sei Deutschland der größte Profiteur der aktuellen Lage in Griechenland. Denn zum einen bleibe der Leitzins der Europäischen Zentralbank auf Rekordtief, und Deutschland habe dadurch mehr Geld gespart als man Griechenland abgeben müsse. Zum anderen würden deutsche Firmen wie die Telekom oder Fraport das Telefonnetz beziehungsweise Regionalflughäfen in Griechenland zu Spottpreisen kaufen. "Auch hier profitieren wir Deutschen", sagt die Kabarettistin.

"Ich verstehe die deutschen Politiker nicht, die dann sagen, Griechenland sollte sich mal ein Beispiel an uns Deutschen nehmen. Das würde bedeuten, dass die Griechen einen Weltkrieg anfangen und verlieren müssten, danach behaupten, nur einer sei Schuld an dem Dilemma und zwei Drittel der Schulden werden dann einfach erlassen."

Insgesamt konnte Hartmann, die nicht nur Kabarettistin sondern auch Diplomvolkswirtin ist, ihr Publikum überzeugen. Manchmal waren ältere Gags dabei, so dass im Publikum auch jemand ironischerweise "Der Witz ist aber neu" rief. Auch das zu Beginn genannte Zitat stammte bereits aus dem Jahr 2013. Doch mit ihrer frechen und direkten Art legte sie den Finger immer direkt in die politische Wunde und hatte die Lacher auf ihrer Seite. Nicht umsonst war sie schon das fünfte Mal im "Kolonie 1" zu Gast.

Quelle: RP
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