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Pfarrer Norbert Fink
Käme Jesus heute zu uns, würde er rappen

Pfarrer Norbert Fink: Käme Jesus heute zu uns, würde er rappen
Vor Pfarrer Norbert Fink gaben sich Daniela Katzenberger und Lucas Cordalis das Ja-Wort. Sie sagte später: "In diesem Augenblick habe ich gedacht: Das ist der Mann, der uns traut, wenn wir uns trauen. Und der war so cool und das war so beruhigend, weil der so perfekt für unsere Hochzeit ist."Viel gelernt hat der Seelsorger einst in Opladen. FOTO: RTL II/Endemol
Leverkusen. Der ehemalige Opladener Kaplan machte im vergangenen Jahr Schlagzeilen - mit Jugendkulktur und einer ganz besonderen Trauung. Von Peter Clement

Als Traupfarrer von TV-Berühmtheit Daniela Katzenberger und Sänger Lucas Cordalis ist er vor einem Jahr auf einen Schlag selbst zum Medienphänomen geworden. Sein 2017 veröffentlichtes Buch "Hallo Welt, hier Kirche" (Verlagsgruppe Randomhouse, 17,99 Euro) handelt "von einem, der auszog, den Glauben zu rocken". Norbert Fink wird von manchen Medien bereits als Popstar der Kirche gefeiert.

Dabei kann sich sein früherer Mentor - Leverkusens Stadtdechant Heinz-Peter Teller - noch an einen jungen Mann erinnern, der nach dem Theologie-Studium seine erste Stelle als Kaplan in Opladen "eher schüchtern" begonnen hat. Heute rappt Fink und erreicht damit Jugendliche mitten in ihrer Erlebniswelt. Im Interview macht er zudem eindrucksvoll deutlich, dass es ihm nicht vorrangig um den Kommunikationsweg geht - die christliche Botschaft zählt.

Herr Fink, haben Sie eigentlich noch Kontakt in Ihre frühere Opladener Gemeinde?

Fink Ja - und das freut mich sehr: Ich habe in Sankt Remigius eine wunderschöne Zeit erlebt, die ich nicht missen möchte. Gerade Heinz-Peter Teller hat mir viel auf den Weg mitgegeben, was den Umgang mit Menschen betrifft. Vor einigen Tagen ist seine Weihnachtskarte bei mir eingetroffen. Wir verlieren uns definitiv nicht aus den Augen.

Wie feiern Sie persönlich das Weihnachtsfest? Und was überwiegt? Kirche oder Rock'n'Roll?

fink Kirche und Familie! Immerhin stammt meine Familie aus Polen - und polnische Weihnachten heißt Feiern im Familienkreis. Ich feiere um 23 Uhr in Düsseldorf in meiner Heimatgemeinde eine Beatmesse - und dann geht es zu meinen Patenkindern und den übrigen Verwandten.

Haben Sie spezielle Rituale beim Weihnachtsfest?

fink Nach altem Brauchtum stehen bei einer polnischen Weihnacht als Erinnerung an die zwölf Apostel zwölf verschiedene Gerichte auf dem Tisch. Zu den traditionellen Gerichten, die serviert werden, gehören unter anderem Karpfen in Biersauce oder Borschtsch. Und es wird viel gesungen.

Der deutsche Popstar Mark Forster hat vor kurzem im Fernsehen ein polnisches Weihnachtslied gesungen, das wirklich sehr anrührend war . . .

Fink Luleise Jesulein - das habe ich auch gesehen. Es war in der Weihnachtssendung von "Sing meinen Song" auf Vox. Es ist das Schlaflied, das Maria für Jesus singt. Das hat Mark Forster wirklich toll gemacht, sehr gefühlvoll, so wie es viele polnische Weihnachtslieder.

Welches Weihnachtslied ist denn Ihr Favorit? Eher "Last Christmas" von Wham oder Slade mit "Happy X-mas everybody"?

Fink Weder noch. "Stille Nacht". Und das ist besonders schön, weil es nicht schon Wochen vor Weihnachten rauf und runter gespielt wird.

Nervt es Sie , dass Comedians wie Oliver Kalkofe versucht haben, die Hochzeit von Daniela Katzenberger und Lucas Cordalis ins Lächerliche zu ziehen? Sie haben die beiden 2016 immerhin getraut.

fink Manche Kritik war wirklich daneben. Ich kann nur sagen: Diese Hochzeit war kein Fake, sondern absolut ernst gemeint. Ich stehe noch heute mit den beiden in Kontakt und spreche mit ihnen über Dinge des Glaubens. Frau Katzenberger und Herr Cordalis haben ein Recht darauf, gut behandelt zu werden - so wie jeder andere Mensch auch.

Von Ihnen persönlich gibt es im Internet auf YouTube diverse Rap-Musikvideos zu sehen, in denen Sie christliche Inhalte jugendgerecht vermitteln. Was meinen Sie? Wenn Jesus heute nochmal zu uns Menschen auf die Erde käme - würde er auch rappen?

Fink Ich kann es mir jedenfalls sehr gut vorstellen. Er könnte der Mensch sein, der uns in der U-Bahn gegenübersitzt, aber auch der, der an der Straßenecke steht und bettelt. Auf jeden Fall aber wäre er auf der Seite der Ausgestoßenen.

Quelle: RP
 
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