| 18.21 Uhr

Opladen
Kampf um Bahn-Radweg

Opladen. Die Bezirksvertretung II würde sofort den Bau eines Rad- und Wanderweges auf der alten Bahnlinie Opladen-Burscheid beschließen, wäre Geld da. Was das Projekt kosten könnte, soll schnell ein Gutachter klären. Von Ulrich Schütz

Die Politik hat sich am Projekt des „Bahn-Radweges“ festgebissen. Die Strecke des ehemaligen „Balkan-Express“ soll zu einem Rad- und Wanderweg ausgebaut werden – koste es, was es wolle. „Diese Strecke ist kein Luxus-Radweg“, argumentierte SPD-Bezirksvertreter Hans-Erich Hofmann. Leverkusen bezeichne sich als „fahrradfreundliche Stadt“, dann müsse sie solche Projekte realisieren. Er verlangte zusammen mit allen anderen Politikern eine „Machbarkeitsstudie“. Nur (SPD-)Bezirksvorsteher Heinz-Gerd Bast stimmte gegen das Erstellen eines Gutachtens. Am Montag soll der Finanzausschuss das Geld für die Gutachter freigeben.

Ihre Arbeit dürfte über 10 000 Euro kosten. Die Stadt holt derzeit Angebote bei fünf Firmen ein. Sie müssen beispielsweise prüfen:

– Zustand des Bahndamms, Qualität der elf Brücken und Stützmauern, Kosten der Unterhaltung sowie Kosten für die Pflege des Grünbereiches an der Bahntrasse

– Kosten für neue Zufahrtsrampen im Bereich der Straßen

– Kosten für den Kauf der circa sieben Kilometer langen Bahnstrecke (In Wuppertal werden für ein ähnliches Bahnstrecken-Radwegprojekt die Kosten auf ca. eine Million Euro pro Kilometer Radweg geschätzt).

Zarte Zweifel angemeldet

CDU-Sprecher Thomas Härtner stimmte zwar auch für das Gutachten, meldete aber zarte Zweifel an der Realisierung des Projektes an: „Können wir uns das als Stadt leisten?“ Dieser neue Radweg sei schließlich keine zwingende Aufgabe, sondern eine „freiwillige Leistung“. Und die sind der hoch verschuldeten Stadt nur in ganz bescheidenem Rahmen erlaubt.

Bezirkspolitiker Markus Pott versuchte es mit einem Trick. Man solle alle Kosten durch die Machbarkeitsstudie prüfen lassen. Das halte er für gut, sagte der Vertreter von ProOp. Nur die Kosten für die Brücken solle man weglassen. Wenn die bekannt würden, stimme die Politik sowieso nicht mehr zu, argwöhnte Pott. Er sieht schon Lösungen: Würde eine Brücke marode, solle sie abgerissen werden. Die Radler könnten das kurze Stück irgendwie umfahren.

Fast die gesamte Strecke von Opladen bis Burscheid ist heute schon auf vorhandenen Straßen und Wegen weitgehend abseits von Hauptstraßen und parallel zur Bahnlinie zu befahren. Dies ist ein wenig länger und kurviger, aber für Freizeitradler machbar. Dafür muss man sich auskennen oder aber Karten lesen können.

Quelle: RP
 
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