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Leverkusen
Kangal-Hunde aus Hitdorf im Tierheim

Leverkusen: Kangal-Hunde aus Hitdorf im Tierheim
Drei Hunde der türkischen Rasse Kangal - die so aussehen wie dieser Hund - sind derzeit im Tierheim untergebracht. FOTO: Thomas Lammertz (Archiv)
Leverkusen. Ein Besitzer gab zwei Vierbeiner der türkischen Rasse ab, nachdem diese Anwohner in Angst versetzt hatten. Von Gabi Knops-Feiler

Die Erleichterung in Hitdorf dürfte groß sein. Denn die beiden Kangals, die seit mehr als einem Jahr immer wieder von einem Gelände im Industriegebiet entkommen konnten und vielen Bewohnern das Leben erschwerten und in Angst versetzten, sind inzwischen im Leverkusener Tierheim untergebracht. Das Ordnungsamt hatte die Hunde noch im Dezember beschlagnahmt, respektive den Besitzer dazu gebracht, die Hunde freiwillig abzugeben. "Bei uns werden sie wohl bis an ihr Lebensende bleiben müssen", vermutete Gerd Kortschlag, Vorsitzender des Tierschutzvereins Leverkusen und Betreiber des Tierheims an der Reuschenberger Straße 100 in Opladen.

"Die Chancen auf Vermittlung stehen schlecht." Unter anderem wegen ihrer Größe - Rüden können ein Stockmaß von mehr als 80 Zentimetern und ein Gewicht von bis zu 70 Kilogramm erreichen - seien sie nicht an "normale Gassigänger" abzugeben, sondern kämen nur mit ausgewählten Leuten und Mitarbeitern vor die Tür. Ein dritter Hund der türkischen Rasse Kangal sei schon etwas länger bei ihnen, sagt Kortschlag über die derzeit größten Tierheimbewohner. Zu den kleinsten unter rund 200 Tieren zählen aktuell zwei Wellensittiche, die samt Käfig am Weihnachtsmorgen an einer Bushaltestelle ausgesetzt worden sind. Weil Kortschlag vermutet, wer dahinter stecken könnte, hat er bereits Anzeige erstattet. Ebenfalls kurz vor Weihnachten ausgesetzt wurde ein rund zehn Wochen alter Malteser-Welpe, um dessen Zukunft sich Kortschlag wohl nicht sorgen muss.

Im Gegensatz dazu bereiten ihm die sieben angestellten Mitarbeiter einiges Kopfzerbrechen. Die Tatsache, dass drei Tierpfleger krank und einer in Urlaub war, habe während der Feiertage dazu geführt, so Kortschlag, dass der Vereinsvorstand helfen musste, die Versorgung sicherzustellen. Bis zwei langzeiterkrankte Mitarbeiter zurückkehren, werden dringend ein bis zwei ausgebildete Tierpfleger - Fachrichtung Heim- und Pensionstiere - gesucht. Im Übrigen gibt sich Kortschlag zufrieden. Die Stadt Leverkusen habe den von ihm geforderten Beitrag um 160.000 Euro erhöht, so dass man nicht nur den Mitarbeitern seit 1. Januar ein höheres Gehalt zahlen könne - das jetzt sogar leicht über dem Mindestlohn liege - sondern auch das Defizit ausgleichen und lange ausstehende Reparaturen ausführen könne.

Zu den größten Arbeiten zählt bislang die Erneuerung von rund 200 Quadratmeter Fliesen in allen 20 Hundezwingern. Die Gefahr sei groß, dass sich die Tiere an den gelösten Platten verletzten könnten. Eine Firma habe die Kacheln fehlerhaft verlegt, deshalb stehe für 28. Februar eine Gerichtsverhandlung an. Kortschlag: "Laut Gutachter stehen die Chancen gut, dass wir Recht bekommen. Dann könnten wir weitere Baumaßnahmen wie eine Vergrößerung der Zwinger in Angriff nehmen."

Quelle: RP
 
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