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Leverkusen
Abschiede beim Opladener Karneval

Leverkusen. 40 Jahre schimpfte Toni Blankerts, Ex-Senatspräsident des Komitees Opladener Karneval (KOK), in Reimform über kommunale Politik, beanstandete Miss- und Zustände. Am Freitag stand er in der Stadthalle Bergisch Neukirchen ein letztes Mal auf der Bühne.

Nach 20 Minuten nahm er seinen Hut. Mit stehenden Ovationen verabschiedete sich das Publikum vom "Nachtwächter". "Ich möchte nicht, dass man mich von der Bühne tragen muss", begründete der 78-Jährige seinen Entschluss.

Bei der Prunksitzung wetterte Blankerts über die Bahnhofs- und die Rheinbrücke. Bahnstadt-Chefin Vera Rottes, die wie alle Gäste im ausverkauften Saal aufmerksam gelauscht hatte, lachte und sagte: "Wir sehen das locker."

Hundekot, sagte Blankerts, sei ein weiteres Ärgernis, die Balkantrasse sei "demnächst nur noch mit Spikes zu befahren". In der Opladener Fußgängerzone fehle ein vernünftiger Branchenmix, "wo ich, das sag ich hier als Mann, ne neue Botz mir kaufen kann. Was wir ebenfalls brauchen, ich will's nicht umschleiern, ist in Opladen ne Halle, um Fastelovend zu feiern", erklärte der "Nachtwächter".

Weil Präsident Uwe Krautmacher wegen Krankheit ausfiel, führten Geschäftsführer Thomas Loef und Vizepräsident Manfred Schäfers durch die Sitzung und erlebten bei ihrer Premiere sofort einen weiteren Abschied. Auch das Literatenehepaar Christa und Peter Linnartz trat aus Altersgründen zurück. Als Nachfolger ist Manfred Luxem, Zugleiter des Opladener Rosenmontagszuges, bereits gewählt worden.

Der Schlebuscher Jens Singer trat als "Dä Schofför der Kanzlerin" in die Bütt. Seine politische Typenrede, in der er die neue Rheinbrücke nicht aussparte, kam sehr gut an. Weitere Kräfte des Kölner Karnevals, wie die mit 200 Teilnehmern angereiste "StattGarde Colonia Ahoj", die "Poppelsdorfer Schloss-Madämchen und Schloss-Junker", oder die "Jungen Trompeter" sorgten für eine fröhliche Veranstaltung.

Ernst wurde es erst wieder, als FLK-Chef Uwe Krause einen Orden an Toni Blankerts übergab, mit der Bitte, diesen an Uwe Krautmacher weiterzuleiten. Den Vorschlag, die Karnevalszüge mit Rücksicht auf Flüchtlinge zu verkürzen, lehnte er ab und sagte: "Ich stehe zu 100 Prozent dafür gerade, dass nichts passiert."

(kno)
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