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Leverkusen
Der Karneval in Leverkusen

Kostümsitzung in Holzhausen
Kostümsitzung in Holzhausen FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Noch im Vorjahr hatten viele Besucher nach "Didi", der sich in den Tanzoffiziers-Ruhestand verabschiedet hatte, gerufen. Gestern, bei der zweiten Neustadtfunken-Herrensitzung im Zelt auf dem Marktplatz, staunten sie deshalb nicht schlecht, als der ehemalige Tanzoffizier Didi Rutkowski plötzlich auf der Bühne stand und "Marie" Isabell Mühlenberg in die Höhe hob. Von Gabi Knops-Feiler

Der Grund für die Rückkehr: Der Nachfolger hat eine verletzte Schulter. Es geschah bei einem Auftritt des Tanzcorps am Freitag in Werne (Münsterland). Tanzoffizier Dominik Fritsch hatte gerade die letzte Hebefigur absolviert, als seine Schulter aus dem Gelenk sprang. Den Tanz bei der befreundeten Kolpingsfamilie "Hol di fast" konnte er gerade noch zu Ende bringen, als die umstehenden Kollegen den schlackernden Arm auch schon entdeckten. Schnell wurde alles umgestellt, so dass die Zuschauer nichts bemerkten. Als Dominik seine Jacke anschließend auszog, sprang die Schulter zwar wieder zurück. Aber die Session dürfte für den 25-Jährigen gelaufen sein. Wie es jetzt weitergeht, erfährt er am heutigen Montag. Für Vorgänger Didi Rutkowski war es keine Frage, dass er einspringt.

Allerdings hätte er "lieber darauf verzichtet, weil ich wegen Achillessehnenabriss seit Januar erst wieder trainiere", schilderte der 35-Jährige, der zur Sicherheit am Samstag eine zusätzliche Übungsstunde einlegte. Ein wenig nervös sei er und gespannt auf die Reaktion des Publikums, sagte er vor der Darbietung. Als 400 Männer begeistert reagierten, fiel die Spannung wieder ab. Bereits zwei Stunden vor Beginn kamen die ersten Herren ins Zelt, um bei Bier und Skat warmzulaufen. Komfortabel wie einst in der Stadthalle war es zwar nicht. Doch die Gäste waren zufrieden mit den gut gepolsterten Stühlen an den langen Biertischen.

Besucher Uli Pesch sagte: "Ich habe jedenfalls genügend Platz, um aufzustehen". Dinge, die im Vorjahr nicht so gut liefen, wurden ebenfalls verbessert. Für Künstler gab es zudem einen separaten Eingang, so dass sämtliche Gerätschaften und sonstiges Gepäck besser zu transportieren war. Bis auf Musikgruppen wie "Kölsch Fraktion" und "De Cöllner" war das aber nicht nötig. Weder die knapp bekleideten "Palm Beach Girls" noch "Ne Knallkopp " (Dieter Röder) oder "Willi und Ernst" benötigten große Utensilien.

Rund vier Stunden, nachdem Präsident Stefan Hebbel die Sitzung mit dem Einzug von Traditionscorps und Tanzgarde eröffnet hatte, außerdem Didi Rutkowski und den tanzenden Literaten Uli Ziegler für elf Jahre aktiven Tanz geehrt hatte, war Schluss.

Nun hofft der Neustadtfunken-Präsident, dass die Jecken über die närrischen Tage möglichst in Leverkusen bleiben, damit die Zelte auf dem Opladener Marktplatz und vor der Rathaus-Galerie gut ausgelastet sind und Karnevalszelt-Betreiber Johannes Brüls keinen Grund zur Klage hat. Denn die Herrensitzung Nummer Drei im Zelt ist schon so gut wie gebucht.

Quelle: RP
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