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Leverkusen
Polizei ist auf 400 Festnahmen vorbereitet

Leverkusen: Polizei ist auf 400 Festnahmen vorbereitet
Im Schlebuscher Karnevalszug ist immer Polente dabei: Der ehemalige Sparkassenvorstand Klaus Wolf (rechts) und sein Freund fahren gefühlt seit Ewigkeiten in alten Polizeiuniformen an der Zugspitze. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln ist die Polizei auch in Leverkusen während der Karnevalstage in Hab-Acht-Stellung. Wobei den Beamten vor allem der Samstag Sorge macht. An dem Tag findet zugleich ein Bundesliga-Spiel gegen Bayern München statt. Von Susanne Genath

"Leider erst nach dem Umzug, so dass viele Zuschauer schon angetrunken ins Stadion kommen werden", sagte Hans-Dieter Husfeldt, Leiter Polizeiinspektion Leverkusen, gestern. Deshalb werde man die Zahl der Beamten am Samstag "exorbitant erhöhen".

Überhaupt würden an den närrischen Tagen mehr Kräfte eingesetzt als sonst. Wie viel mehr, wollte er allerdings nicht sagen. Man werde je nach Lage entscheiden. "Und wir werden das bewährte Sicherheitskonzept der Umzüge auch an Altweiber anwenden. Man rechne mit Betrunkenen, Taschendieben, Grapschern und Einbrechern. "Die Einschreit-Schwelle ist ganz weit unten angesetzt", versichert der Inspektionsleiter. Acht Personen, die in der Vergangenheit negativ aufgefallen waren, hätten Platzverbote. Zehn weitere Personen stünden unter Beobachtung. Insgesamt habe man in Köln und Leverkusen die Kapazität, um insgesamt 400 Personen vorübergehend festzunehmen.

In den Flüchtlingsheimen hätten die Betreiber die Bewohner über die närrischen Tage und das richtige Verhalten informiert. Deshalb erwarte man nicht, dass von dort ähnliche Übergriffe wie in Köln ausgehen. Man halte aber die Augen offen. "Wir wollen frühzeitig Gruppierungen erkennen, die Theater machen", sagt Husfeldt. Das seien bislang hauptsächlich stark alkoholisierte Jugendgruppen gewesen. Die Sorge seitens der Flüchtlingsheimbetreiber sei vielmehr, dass jetzt Asylbewerber von Betrunkenen angegriffen werden. Man habe ihnen daher geraten, nach den Umzügen den Festbereich zu verlassen. Minderjährigen Flüchtlingen wird empfohlen, die alkoholfreien Partys in den verschiedenen Jugendeinrichtungen zu besuchen.

Für Frauen hat die Polizei nach den Ereignissen in Köln ein Merkblatt entworfen, auf dem sie zwei Notrufnummern angibt und Tipps: "Vertrauen Sie Ihren eigenen Gefühlen, wenn Sie in eine Gefahrensituation geraten", heißt es auf dem Blatt. "Insbesondere bei sexualisierten Übergriffen: Weglaufen - Schreien - Abwehren - Sicherheitskräfte/Polizei aufsuchen." Hier schränkt der Inspektionsleiter jedoch ein, dass die Einsatzkräfte entlang der Karnevalsumzüge keine Anzeigen aufnehmen könnten. Die Wachen in Wiesdorf und Opladen würden aber personell verstärkt. Frauen werden zudem angehalten, kein Pfefferspray mitzunehmen. Dies sei in Menschenmengen eine Gefahr.

Quelle: RP
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