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Leverkusen/Bonn
Kartellamt erlässt Carcoustics Strafe

Leverkusen/Bonn. Das Bundeskartellamt hat jetzt gegen Automobilzulieferer - in der Schweiz, in Spanien und im märkischen Meinerzhagen - ein Bußgeld in Höhe von 9,3 Mio. Euro verhängt. "Beim Unternehmen Carcoustics International GmbH, Leverkusen, wurde kein Bußgeld verhängt, weil es durch seine Kooperation dazu beigetragen hat, das Kartell aufzudecken und nachzuweisen", berichtet die Bonner Behörde.

Den Firmen wirft das Amt vor, sich 2011 über die Weitergabe gestiegener Materialpreise - konkret ging es um Wärmeabschirmbleche - an den Kunden VW abgestimmt zu haben. "Die beteiligten Unternehmen wollten durch den Austausch von sehr sensiblen Informationen ihre Verhandlungsposition gegenüber dem Kunden VW stärken. Dies betraf z. B. die gegenseitige Information über den jeweiligen Verhandlungsstand. Die Kartell-Beteiligten waren sich darüber hinaus einig, dass man eine Preiserhöhung bei bestimmten Aluminium-Nebenkosten an den Kunden VW weitergeben wollte", berichtet Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes.

Laut Carcoustics-Sprecher Michael Terhorst habe das Amt 2013 ein Verfahren eingeleitet. "Wir haben damals proaktiv bei uns im Unternehmen eine intensive Untersuchung anberaumt, Schwachstellen erkannt und dem Kartellamt mitgeteilt", sagte er gestern auf Anfrage unserer Redaktion. "Die Betroffenen sind nicht mehr bei uns beschäftigt." Wie viele das sind, sagte Terhorst nicht. Im Zuge der Untersuchungen habe die Firma ihr System im Bereich "Compliance" (Einhaltung von Gesetzen, Richtlinien und freiwilligen Verhaltensnormen) ausgebaut: Es gebe nun einen festangestellten Compliance Officer, die Mitarbeiter würden besonders in dem Bereich geschult, damit so ein Vorfall sich nicht wiederhole, sagte der Sprecher weiter.

(LH)
 
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